Salzburg: Kurze Skitour auf den Schnapsberg

    1. Februar 2019, 14:44
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    Die einen gehen auf die Gurlspitze in der Früh vor Dienstbeginn, die anderen am Nachmittag statt dem Schichtbier.

    Es war einmal ein kleiner bis oben bewaldeter Berg im Südosten der Landeshauptstadt Salzburg. Still war es hier heroben weit hinter dem Gaisberg, dem prominenten Stadtberg der Salzburger. Gerade im Winter verirrten sich nur ganz wenige, in das Geheimnis des Berges eingeweihte Skitourengeher oder Schneeschuhwanderer hierher.

    Dann kam im Jänner 2007 der Orkan Kyrill auf Besuch, ziemlich genau ein Jahr später fegte das Sturmtief Paula über den Gipfel. Die 1.158 Meter hohe Gurlspitze steht natürlich immer noch, ihr Haupthaar ist seit Kyrill und Paula aber deutlich lichter geworden.

    Statt dem Schichtbier

    Schon war es vorbei mit der winterlichen Stille. Die im Gipfelbereich entstandenen freien Flächen waren der Köder: Die Gurlspitze – oder wie die Salzburger sagen, "die Gurl" – wurde als Skiberg entdeckt. Und siehe da, die hochstämmigen Buchenwälder im unteren Bereich lassen sich auch ganz gut fahren. Eigentlich sehr gut, denn der Wald konserviert oft den Pulverschnee, weder Sonne noch Wind können ihn verderben – zumindest am ersten Tag, nachdem er gefallen ist. So wurde der kleine Berg recht bald zur beliebten Spritztour für so manchen "Stodinger", wie die Stadtbewohner in Salzburg genannt werden.

    Die einen gehen die Gurl in der Früh vor Dienstbeginn, die anderen am Nachmittag statt dem Schichtbier. Für die 500 Höhenmeter hinauf und hinunter reichen mit Skiern zwei Stunden und die Anfahrtszeit von der Stadt über Elsbethen auf die Schwaitlalm hält sich auch in überschaubaren Grenzen.

    Keinen Fusel, bitte!

    Mit dem kleinen Geheimnis der Gurl war es natürlich vorbei: Gleich neben dem Gipfelkreuz aus dem Jahr 2003 – "Gott zur Ehr" – findet der Wanderer oder Skitourengeher einen Erste-Hilfe-Kasten gefüllt mit allerlei Hochprozentigem – Stamperln inklusive.

    Ehrensache, dass diejenigen, die öfter heraufkommen, immer wieder den einen oder anderen edlen Tropfen mitnehmen. Oft so viel, dass sich im Kasterl neben dem Kreuz für die Flaschen kein Platz mehr findet. Und es ist natürlich auch Ehrensache, dass man hier heroben nicht den beim letzten Fest übrig gebliebenen Fusel deponiert, sondern nur beste Ware anliefert. Versteht sich! (Thomas Neuhold, 1.2.2019)

    Weitere Outdoor-Tipps:

    Google Maps: Wandern, Radfahren, Schneeschuh- und Skitouren in Österreich

    Service

    karte: der standard

    Anreise: Mit dem Pkw von der Stadt Salzburg über den Stadtteil Aigen nach Elsbethen stadtauswärts, nach dem Kreisverkehr auf die Straße über die Schwaitl (gelbe Wanderwegweiser) abbiegen und bis zur Schwaitlalm fahren. Parkplatz hinter dem geschlossenen Gasthof gegenüber dem Feuerwehr-Zeughaus (670 m).

    Route: Vom Zeughaus auf der Wiese flach bergwärts, eine Hauszufahrt queren und leicht rechts haltend beim höchsten Punkt der Wiese in den Wald. Nun steht man zwar im Wald, aber der weitere Anstieg sollte keine Orientierungsprobleme machen, solange es bergauf geht, ist man richtig. Der Anstieg, auf der Ö-Karte als unmarkierter Jagdsteig eingezeichnet, quert einige Ziehwege und Forststraßen, man gelangt auf den etwas schmäler werdenden Südwestrücken und so zu einem großen Schlag. Am oberen Rand hinauf – kurz flach und dann auf den licht bewaldeten Gipfel. Abfahrt wie Anstieg.

    Variante: Man kann auch von Oberwinkel (780 m, Straße von der Schwaitl auf den Gaisberg) über das Ramsengut ansteigen. Dazu hinter den Häusern unter der Stromleitung durch, dann auf einen gut erkennbaren Ziehweg, der auf eine Lichtung führt und von dieser nach Südosten auf den oben beschriebenen Südwestrücken.

    Einkehr: Gasthof Ramsau. Zwei Autominuten von der Schwaitlalm weiter Richtung Ebenau/Hallein bis auf der rechten Seite der alte Gasthof (Marterl) auftaucht.

    Ausrüstung: Skitourenausrüstung oder Schneeschuhe.

    Literatur für andere Skitouren in der Region: Clemens M. Hutter/Thomas Neuhold, "Skitourenatlas Salzburg-Berchtesgaden", 2. Auflage, Verlag Pustet, Salzburg 2014.

    Karte: ÖK Nr. 64, "Straßwalchen", 1:50.000.

    Lawinenwarndienst: www.lawine.salzburg.at

    • Dem Nebel entronnen: Gipfelblick von der Gurlspitze Richtung Süden.
      foto: thomas neuhold

      Dem Nebel entronnen: Gipfelblick von der Gurlspitze Richtung Süden.

    • Am bewaldeten Gurl-Gipfel: Kreuz und der legendäre Erste-Hilfe-Kasten.
      foto: thomas neuhold

      Am bewaldeten Gurl-Gipfel: Kreuz und der legendäre Erste-Hilfe-Kasten.

    • Der Erste-Hilfe-Kasten auf der Gurl...
      foto: thomas neuhold

      Der Erste-Hilfe-Kasten auf der Gurl...

    • ...und sein hochprozentiger Inhalt.
      foto: thomas neuhold

      ...und sein hochprozentiger Inhalt.

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