Hirscher gewinnt Nachtslalom in Schladming

    Video29. Jänner 2019, 21:44
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    Nach zwei Torläufen ohne Sieg meldet sich Österreichs Topstar beim Nightrace in Schladming zurück und gewinnt vor Pinturault und Yule

    Schladming – Marcel Hirscher ist im Ski-Weltcup eindrucksvoll auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Nach zwei Slalom-Siegen von Clement Noel in Folge gewann der Salzburger am Dienstag zum dritten Mal das Schladminger Nightrace. Er verwies den Franzosen Alexis Pinturault mit 1,21 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz, Dritter wurde der Schweizer Daniel Yule (+1,60 Sek.). Noel fädelte im ersten Durchgang ein.

    "Danke, Schladming", sagte Hirscher im Zielraum-Interview vor 45.200 Zuschauern. "Trinkt's eins mit für mich!" Im Interview mit dem ORF sprach er davon, wieder ein sicheres Gefühl und eine perfekte Materialabstimmung gefunden zu haben. "Es geht nicht einmal um einen Zentimeter, aber für mich macht es die Welt aus, es ändert recht viel. Ich bin froh, diesen Zentimeter gefunden zu haben. Sicherheit, Stabilität, Mut zum Risiko, das kommt blitzartig, wenn man wieder ein gutes Gefühl hat", sagte Hirscher und dankte seinem Team.

    orf

    Zweitbester Österreicher wurde Marco Schwarz als Fünfter, Marc Digruber belegte den siebenten Platz. Christian Hirschbühl wurde wie am Samstag in Kitzbühel Zehnter, Michael Matt verbesserte sich im zweiten Durchgang auf den 13. Platz. Johannes Strolz machte als 20. Weltcup-Punkte, Manuel Feller schied mit Startnummer eins bereits im ersten Durchgang aus.

    "Ich habe neue Schuhe angezogen, die ich gestern das erste Mal gefahren bin. Das war eine sehr gute Entscheidung, der zweite hat sehr gut gepasst", zeigte sich Schwarz zufrieden. "Klassisch verbremst", haderte hingegen Hirschbühl nach vielversprechenden Zwischenzeiten. Im unteren Teil des Kurses auf der Planai habe er "schon wieder eine Sekunde" verloren. "Das soll nicht vorkommen, das sind Anfängerfehler." Matt berichtete von Grip-Problemen, sein zweiter Lauf sei "nicht einmal" Schadensbegrenzung gewesen.

    Zehnter Saisonsieg

    Für Hirscher war es der 68. Weltcup-Sieg und der zehnte in diesem Winter. Mehr schaffte er nur in der vergangenen Saison 2017/18. Da erreichte er am Schluss 13, und das könnte sich in diesem Jahr neuerlich ausgehen. Die nächste Siegchance bietet sich am Sonntag beim Riesentorlauf von Garmisch-Partenkirchen, den Hirscher bereits dreimal gewonnen hat.

    Der Weltcup-Spitzenreiter legte mit Startnummer sechs einen entfesselten ersten Lauf hin. 0,99 Sekunden trennten Hirscher von Yule, Pinturault lag genau eine Sekunde hinter dem Salzburger. "Es war eine Freude, dass ich wieder richtig attackieren konnte", so Hirscher. Zuletzt hatte der 29-Jährige dreimal im ersten Lauf einen großen Rückstand aufgerissen.

    Direkt vor ihm hatte Noel, der Sieger der Klassiker in Wengen und Kitzbühel, nach sechs Fahrsekunden eingefädelt. "Mein Ski hat ein bisschen zu früh gegriffen, der Schnee war wirklich ein bisschen speziell aggressiv", erklärte der 21-jährige Franzose, der sich danach für eine halbe Stunde in den für die Teams reservierten Räumlichkeiten verkroch. "Ich bin natürlich enttäuscht, aber das wird vorbeigehen. Ich bin meistens nicht lange enttäuscht. Wenn man anfängt, mehrere gute Rennen zu fahren, dann tut ein Rennen mit null Punkten weh, besonders in Schladming."

    Zwei Laufbestzeiten

    Zweitbester Österreicher zur Halbzeit war Hirschbühl auf Platz sieben, Digruber und Schwarz lauerten dahinter auf den Rängen zehn und elf. Matt kam im ersten Durchgang überhaupt nicht auf Zug und wurde auf Platz 20 zurückgereicht. Sein Rückstand auf Hirscher: 2,66 Sekunden. Im zweiten ließ Hirscher nicht locker und legte noch eine Laufbestzeit nach. "Ich muss Marcel wirklich gratulieren. Es war ein unglaublicher erster Lauf", betonte der geschlagene Pinturault.

    Feller, der am Sonntag in Kitzbühel wegen eines Einfädlers disqualifiziert worden war, flog im oberen Abschnitt von der Piste, nachdem er stark in Rücklage geraten war. "Übertrieben war es nicht. Ich habe einfach ein Tor zu früh auslassen und wollte da schon Tempo machen, wieder zum langen Zug hin, das ist sich einfach nicht ausgegangen", so der Tiroler. "Schade, dass das genau bei den zwei coolsten Rennen im Jahr passiert", ergänzte Feller. "Ich weiß nicht, was es jetzt braucht, um den Jänner zu vergessen."

    Neureuther kündigt Entscheidung an

    Für Felix Neureuther wurde es schließlich Rang acht. Der Deutsche äußerte sich anschließend zu dem Gerücht, dass er bei der Ski-WM in Aare seine letzten Rennen bestreiten werde. "Man wird sehen", sagte der 34-Jährige. "Ich bin seit längerem sehr am kämpfen. Mein Körper spricht mit mir schon seit längerem, ich werde bald eine Entscheidung bekanntgeben."

    Der bulgarische Überraschungsmann Albert Popow fuhr auf den sechsten Platz. Henrik Kristoffersen, der dreimalige Schladming-Sieger aus Norwegen, fädelte im zweiten Durchgang ein. (APA, red, 29.1.2019)

    Endstand des Ski-Weltcup-Slaloms der Herren in Schladming:

    1. Marcel Hirscher (AUT) 1:44,81
    2. Alexis Pinturault (FRA) +1,21
    3. Daniel Yule (SUI) +1,60
    4. Ramon Zenhäusern (SUI) +2,25
    5. Marco Schwarz (AUT) +2,59
    6. Albert Popow (BUL) +2,97
    7. Marc Digruber (AUT) +3,10
    8. Felix Neureuther (GER) +3,23
    9. David Ryding (GBR) +3,28
    10. Christian Hirschbühl (AUT) +3,29
    11. Zan Kranjec (SLO) +3,41
    12. Manfred Mölgg (ITA) +3,42
    13. Michael Matt (AUT) +3,52
    14. Julien Lizeroux (FRA) +3,63
    15. Alexander Choroschilow (RUS) +3,72
    16. Alex Vinatzer (ITA) +3,98
    17. Sebastian-Foss Solevaag (NOR) +4,04
    18. Loic Meillard (SUI) +4,12
    19. Tanguy Nef (SUI) +4,23
    20. Johannes Strolz (AUT) +4,57
    21. Timon Haugan (NOR) +4,65
    22. Dominik Stehle (GER) +4,85
    23. Jonathan Nordbotten (NOR) +6,15
    24. Juan del Campo (ESP) * +13,98

    Ausgeschieden im 1. Durchgang: Manuel Feller (AUT), Clement Noel (FRA), Stefano Gross (ITA), Luca Aerni (SUI)

    nicht für den 2. Durchgang qualifiziert u.a.: 43. Mathias Graf (AUT),50. Fabio Gstrein (AUT) Ausgeschieden im 2. Durchgang: Henrik Kristoffersen (NOR), Victor Muffat-Jeandet (FRA), Andre Myhrer (SWE), Stefan Hadalin (SLO), Elias Kolega (CRO), Istok Rodes (CRO)

    * Del Campo mehr als 8 Prozent hinter dem Sieger und daher ohne Weltcup-Punkte

    1. Durchgang:

    1. Marcel Hirscher (AUT) 52,29
    2. Daniel Yule (SUI) 53,28 +0,99
    3. Alexis Pinturault (FRA) 53,29 +1,00
    4. Ramon Zenhäusern (SUI) 53,38 +1,09
    5. Henrik Kristoffersen (NOR) 53,44 +1,15
    6. Andre Myhrer (SWE) 53,72 +1,43
    7. Christian Hirschbühl (AUT) 53,89 +1,60
    8. David Ryding (GBR) 54,05 +1,76
    9. Manfred Mölgg (ITA) 54,10 +1,81
    10. Marc Digruber (AUT) 54,29 +2,00

    2. Durchgang:

    1. Marcel Hirscher (AUT) 52,52
    2. Alexis Pinturault (FRA) 52,73 +0,21
    3. Zan Kranjec (SLO) 52,94 +0,42
    4. Marco Schwarz (AUT) 52,96 +0,44
    5. Daniel Yule (SUI) 53,13 +0,61
    6. Albert Popow (BUL) 53,20 +0,68
    7. Michael Matt (AUT) 53,38 +0,86
    8. Felix Neureuther (GER) 53,49 +0,97
    9. Alexander Choroschilow (RUS) 53,58 +1,06
    10. Julien Lizeroux (FRA) 53,60 +1,08

    Gesamtwertung nach 27 Rennen:

    1. Marcel Hirscher (AUT) 1216
    2. Alexis Pinturault (FRA) 732
    3. Henrik Kristoffersen (NOR) 671
    4. Dominik Paris (ITA) 550
    5. Vincent Kriechmayr (AUT) 515
    6. Beat Feuz (SUI) 513
    7. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 505
    8. Marco Schwarz (AUT) 500
    9. Mauro Caviezel (SUI) 440
    10. Aksel Lund Svindal (NOR) 419
    11. Max Franz (AUT) 408

    Slalom-Weltcup (9):

    1. Marcel Hirscher (AUT) 676
    2. Clement Noel (FRA) 401
    3. Daniel Yule (SUI) 396
    4. Henrik Kristoffersen (NOR) 369
    5. Marco Schwarz (AUT) 351
    6. Alexis Pinturault (FRA) 349
    7. Michael Matt (AUT) 273
    8. Ramon Zenhäusern (SUI) 271
    9. David Ryding (GBR) 261
    10. Manuel Feller (AUT) 234

    • Ein Feuerwerk.
      foto: apa/erwin scheriau

      Ein Feuerwerk.

    • Alles wieder gut.
      foto: apa/erwin scheriau

      Alles wieder gut.

    • Ein Podest ganz nach den Vorstellungen von Marcel Hirscher.
      foto: apa/erwin scheriau

      Ein Podest ganz nach den Vorstellungen von Marcel Hirscher.

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