Filmpiraten sorgen für niedrige Preise

    3. Februar 2019, 12:51
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    Am Beispiel "Game of Thrones" – Phänomen hilft auch Rechteinhabern und bringt gesamtwirtschaftliche Vorteile

    Wer Serien oder Filme aus dubiosen Quellen runterlädt oder auf Piratenportalen streamt, bringt Produzenten und Rechteinhaber um ihr Geld. So jedenfalls die Argumentation, die Branchenverbände wie die MPAA regelmäßig vorbringen und gerne auch in die Berechnung von Schadenssummen bei Filesharing-Prozessen einfließen lassen.

    Die These wird aber von vielen Seiten kritisiert. Und wie eine Untersuchung der University of Texas und der University of Washington nun zeigt, könnte sogar das Gegenteil der Fall sein. Demnach kann Piraterie sogar Vorteile für Konsumenten, Kreative und Rechteinhaber bringen, berichtet Torrentfreak.

    Piraterie sorgt für akzeptablere Preise

    Untersucht hat man dafür die Auswirkungen am Beispiel von Game of Thrones. Die Fantasy-Geschichte, die im April in die finale Staffel startet, ist seit Jahren Spitzenreiter hinsichtlich illegaler Abrufe. Rechteinhaber HBO geht zwar gegen Filesharing vor, ergreift dabei aber längst nicht so umfangreiche Maßnahmen, wie andere Firmen.

    Die Wissenschaftler sehen Piraterie als "Schattenkonkurrenz" zum legalen Angebot. Dadurch, dass Konsumenten diese illegale Alternative offensteht, reduziert sich der Effekt der "doppelten Marginalisierung", bei der Aufschläge durch Rechteinhaber und Händler den Preis eines Produktes deutlich in die Höhe treiben. Das rückt die Preisbildung näher an das ökonomische Optimum, also dem besten Verhältnis aus Preis und Nachfrage.

    Manchmal Wegschauen kann helfen

    Toleranz gegenüber einem "moderaten Level an Piraterie" sorgt letztlich für mehr Einnahmen und somit auch gesamtwirtschaftlich positive Effekte, also eine "Win-Win-Win-Situation". Im konkreten Fall würden HBO und die Kabelnetzbetreiber die Preise für ihre Services auf einem angemessenen Level halten, obwohl sie vielerorts fast über ein Monopol verfügen.

    Allerdings, so die Forscher weiter, heißt dies nicht, dass Rechteinhaber jegliche Piraterie ignorieren sollten. Jedoch könne es sinnvoll sein, in bestimmten Situationen zum eigenen Vorteil ein Auge zuzudrücken. (red, 3.02.2019)

    • Kein Grund, traurig zu schauen: Dass HBO nur gemäßigt gegen Piraten vorgeht, sorgt offenbar für mehr legale Nachfrage nach Game of Thrones.
      foto: hbo

      Kein Grund, traurig zu schauen: Dass HBO nur gemäßigt gegen Piraten vorgeht, sorgt offenbar für mehr legale Nachfrage nach Game of Thrones.

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