Google will EU-Wahlen vor Cyberangriffen schützen

    29. Jänner 2019, 11:42
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    Project Shield zum Schutz vor DDoS-Attacken gegen Politiker und Journalisten – Zusätzliche Hürden für politische Werbung

    Im Mai stehen die nächsten Wahlen zum Europaparlament an. Angesichts der Entwicklung der vergangenen Jahre ist dabei auch wieder mit Cyberangriffen in verschiedensten Varianten zu rechnen. Dagegen bringt sich nun einer der größten Softwarehersteller der Welt in Stellung.

    Shield

    Die Google-Tochter Jigsaw bietet Politikern, Aktivisten und Journalisten Schutz vor Angriffen auf ihre IT-Infrastruktur an. Das Project Shield gibt es schon länger, um unabhängige Nachrichtenseiten vor Distributed Denial of Service (DDoS)-Angriffen zu schützen. Mit der EU-Wahl dehnt man die Verfügbarkeit aber nun auf weitere Gruppen aus. Daran Interessierte können den Schutz von Project Shield bei Jigsaw beantragen.

    jigsaw

    Bei DDoS-Angriffen werden Webseiten durch eine Unzahl an Anfragen in die Knie gezwungen. Das Project Shield platziert nun – vereinfacht gesprochen – Googles mächtige Infrastruktur vor der eigentlichen Seite. Damit laufen solche Attacken weitgehend ins Leere.

    Phishing

    Parallel dazu hat Google ein eigenes Team abgestellt, um andere Angriffe rund um die Wahlen abzuwehren. Dessen Aufgabe ist es unter anderem gezielte Phishing-Attacken auszumachen, und die Betroffenen zu warnen. Auch andere Manipulationen sollen verhindert werden, etwa Angriffe, die darauf abzielen Google Maps zu manipulieren. Dabei arbeite man eng mit anderen Firmen und den Behörden zusammen, betont das Unternehmen. Parallel zu all dem bietet Google auch gezielte Sicherheitstrainings für besonders gefährdete Personenkreise an.

    Werbung

    Für einige Aufregung sorgten in der Vergangenheit Werbekampagnen, durch die vor allem russische Akteure versucht haben, Einfluss auf Wahlen zu nehmen. Dies soll bei der EU-Wahl durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen verhindert werden. So muss jede politische Werbekampagne nachweisen, dass dahinter eine Person oder eine Organisation aus der EU steht. Zudem soll bei sämtlichen Einschaltungen klargemacht werden, wer dafür zahlt. Und in einigen Monaten soll es dann auch einen eigenen EU Elections Ads Transparency Report geben, der übersichtlich präsentiert, wer wofür bezahlt hat. (apo, 29.1.2019)

    • Artikelbild
      foto: yves herman / reuters
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