Neue Alben von Sharon van Etten, Mark Stewart und John Garcia

    29. Jänner 2019, 07:00
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    Das Jahr beginnt gut: Lebensbejahendes, ein paranoider Klassiker und Hausmarke aus der Wüste von Kalifornien

    Sharon van Etten: Remind Me Tomorrow

    Die Dame aus New York hat in den letzten Jahren vornehmlich als Schauspielerin Karriere gemacht. Ihr neues Album zeigt die 37-Jährige nach fünf Jahren Pause in Hochform. Auf Remind Me Tomorrow entsagt sie weitgehend dem sich selbst zerfleischenden Kunstleidertum zugunsten positiver, dabei nicht naiver Blickwinkel auf das Leben und die Welt. Das ergibt wunderbare Songs wie No One’s Easy To Love, dessen_Inhalt sie vom Arrangement her die notwendige Nachdrücklichkeit verleiht, ein Hit. Der Rest fällt nicht weit ab, van Etten fährt Achterbahnfahrt, am Ende sind wir mit uns versöhnt.

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    No One’s Easy To Love von Sharons van Ettens Album Remind Me Tomorow.

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    Mark Stewart & The Maffia: Learning To Cope With Cowardice

    Mark Stewart war Kopf der Punk-Funk-Wüteriche The Pop Group. Nach dem Ende der britischen Band ging er nach New York, wo gerade Hip-Hop losging, Zurück in England tat er sich mit dem vom Dub und dessen Ästhetik infizierten Produzenten Adrian Sherwood zusammen und veröffentlichte Learning To Cope With Cowardice. Ein grimmiges Werk über politische Intrigen, Zynismus, Zorn, Paranoia und Feigheit. Nun wird dieses zwischen zerhacktem Dub, Elektronik und Noise beheimatete Album um Lost Tapes mit zehn bisher unveröffentlichten erweitert neu aufgelegt. Und siehe da: Es ist und klingt so aktuell wie damals, 1983.

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    Liberty City von Mark Stewart & The Maffia.

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    John Garcia and the Band Of Gold

    John Garcia kennt der gemeine Wüstenfuchs als Sprachrohr von Kyuss, der ewigen Mutter des Stoner Rock neuerer Zeitrechnung. Mit seiner Band of Gold veröffentlicht er John Garcia And The Band Of Gold. Zwar hat er nach dem Ende von Kyuss in Bands wie Hermano oder Unida seinen Stil verfestigt, hier aber singt er, er fühle sich mehr bei sich, und das hört man. Das Album biegt um die Ecke wie ein Muscle Car. Es ist heavy und leichtfüßig – genau in der richtigen Mischung. Und all das durchschneidet Gracias charakteristischer Gesang. Die Koyoten stimmen mit ein, alles ist gut. Eine Schlachtplatte für die Fans.

    napalm records
    John Garcia und seine Band of Gold: Geiler geht's immer, aber nicht viel: Jims Whiskers.

    (Karl Fluch, 29.1.2019)

    • Wüstenfuchs oder Koyote? John Garcia kann alles, wenn's sein muss, Stoner Rock aber am besten.

      Wüstenfuchs oder Koyote? John Garcia kann alles, wenn's sein muss, Stoner Rock aber am besten.

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