Oscar Screener: Filmindustrie will Piraterie stoppen

    28. Jänner 2019, 08:18
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    DVDs sollen zunächst bei Emmys durch eigenen Online-Dienst für Juroren abgelöst werden – Insider zweifeln an Sinnhaftigkeit

    Es ist ein Spiel, dass sich seit Jahren mit schöner Regelmäßigkeit wiederholt: Rund um die Weihnachtsfeiertage tauchen Kopien erst vor kurzem im Kino gelaufener Filme im Internet auf. Die Quelle sind dabei jene DVDs, die den Oscar-Juroren vorab zur Verfügung gestellt werden, damit sie eine informierte Entscheidung in sämtlichen Kategorien abgegeben können. Doch nun will die Filmindustrie diesem Treiben endgültig den Garaus machen.

    Online statt DVD

    Vor wenigen Tagen kündigte die Television Academy, die die Emmy-Verleihung organisiert, an, dass künftig keine physischen Medien mehr an die Juroren verschickt werden sollen. Stattdessen sollen die betreffenden Filme und Serien künftig über einen eigenen Online-Streaming-Service für die Juroren verfügbar sein. Dies könnte bedeuten, dass bald auch andere Preisverleihungen diesem Vorbild folgen könnten.

    Der Schritt hat dabei für die Industrie durchaus Vorzüge. Immerhin erspart man sich das aufwendige Erstellen und Verschicken solcher DVDs. Zudem sollen die Oscar-Screener zum Teil auf das Abfangen solcher Pakete zurückzuführen gewesen sein. Dieser Gefahr setzt man sich also nicht mehr aus.

    Und doch gehen Filmpiraten selbst davon aus, dass diese Maßnahme recht wenig am Problem der Oscar Screener ändern wird, wie Torrentfreak berichtet.

    Insider

    So betont die Piratengruppe EVO, dass man seit Jahren immer wieder Zugriff auf Online-Screener-Accounts hat. Diese hätten kaum einen vernünftigen Schutz. Auch das DRM (Digital Rights Management), das eigentlich jegliche Kopie verhindern soll, sei einfach zu knacken. Wenn es irgendeine Konsequenz geben werde, dann am ehesten, dass künftig die Oscar-Screener noch früher und auch in besserer Qualität erhältlich sein werden.

    Zudem funktioniere die Sicherheit der DVD Screener aktuell sogar recht gut. Eine extra abgesicherte DVD mit Wasserzeichen sei schwerer zu verbreiten, als sich einfach Zugriff auf eine Online-Plattform mit Logins für viele Nutzer zu verschaffen. Dies zeige sich auch daran, dass die Zahl der Oscar Screener dieses Jahr relativ niedrig geblieben ist. Das mag natürlich auch daran liegen, dass das Interesse an Filmen in der relativ niedrigen DVD-Qualität mittlerweile eher gering ist.

    Abstand

    Bei EVO hält man sich übrigens aus der Verbreitung solcher Oscar Screener heraus. Das Risiko hier einen kleinen Fehler zu machen, über den man erwischt wird, sei einfach zu groß. Dies zeige sich schon daran, dass fast jedes Jahr einer der Beteiligten verhaftet wird. Also hält man sich lieber an normale Releases, die noch dazu meist bessere Qualität bieten. (red, 28.1.2019)

    • Künftig keine Oscar Screener mehr? Filmpiraten haben da so ihre Zweifel.
      foto: apa/afp/frederic j. brown

      Künftig keine Oscar Screener mehr? Filmpiraten haben da so ihre Zweifel.

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