Blutdruckmessgeräte im Test: "Nicht berauschende Ergebnisse"

    26. Jänner 2019, 03:43
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    Nur eines von 14 geprüften Produkten erhielt ein "Gut". Oberarmgeräte sind besser als jene für das Handgelenk, so das Fazit der Konsumentenschützer

    Linz – Wer sich selbst den Blutdruck misst, muss höchstwahrscheinlich damit rechnen, dass die Werte nicht stimmen. Das ergab zumindest ein Test der Stiftung Warentest, die 14 Geräte – sechs für das Handgelenk und acht für den Oberarm – unter die Lupe genommen haben. Die Messgenauigkeit lasse zu wünschen übrig, monieren die Konsumentenschützer. Nur ein Produkt erhielt ein "Gut", der Rest schnitt schlechter ab.

    Sechsmal hintereinander wurden die Werte an je 16 Männern und Frauen mit hohen oder niedrigem Blutdruck gemessen. Die Ergebnisse seien "leider nicht berauschend", meinten die Tester. Kein einziges Gerät schaffte beim wichtigsten Kriterium "Blutdruckmessung", worunter Messgenauigkeit und Wiederholungsgenauigkeit verstanden werden, ein besseres Ergebnis als "befriedigend".

    Der Testsieger (ExactFit5 der Firma Braun), ein Gerät für den Oberarm, wurde dennoch im Gesamturteil eine Stufe höher bewertet, da es auch während der Aufpumphase misst. Am schlechtesten schnitten die Produkte für Handgelenke ab, gleich vier der sechs Geräte erhielten ein "wenig zufriedenstellend". Konkret handelt es sich um Mobil Slim der Firma Omron, SBC 15 der Marke Sanitas, BW315 von Medisana und Handy express von Visomat. (red, APA, 27.1.2019)

    Blutdruck richtig messen:

    • Da der Blutdruck Schwankungen unterliegt, sind mehrere Messungen über einen längeren Zeitraum notwendig. Der beste Zeitpunkt für die Messungen ist morgens zwischen 6:00 und 9:00 Uhr und abends zwischen 18:00 und 21:00 Uhr – jeweils vor dem Essen und dem ersten Kaffee und vor der Einnahme etwaiger Medikamente.

    • Vor der Messung sollte eine Ruhephase von mindestens fünf Minuten eingehalten werden.

    • Eine Stunde vor dem Messen sollten keine körperlich anstrengenden Tätigkeiten und kein Nikotin, Koffein sowie Alkohol konsumiert werden.

    • Das Blutdruckmessgerät sollte eine Manschette haben, die zum Armumfang passt. Zu enge Manschetten ergeben zu hohe oder zu niedrige Werte.

    • Die Messungen sollten im Sitzen durchgeführt werden. Die Manschette muss sich in Herzhöhe befinden.

    • Die gemessenen Werte sollten so dokumentiert werden, damit sie als Vorlage beim Arzt verwendet werden können. Treten bei wiederholten Messungen Werte über 135/85 auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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    • Jeder sollte seinen Blutdruck wissen. Was die Geräte anzeigen, stimmt allerdings häufig nicht, wie Konsumentenschützer herausgefunden haben.
      foto: apa/dpa/jochen lübke

      Jeder sollte seinen Blutdruck wissen. Was die Geräte anzeigen, stimmt allerdings häufig nicht, wie Konsumentenschützer herausgefunden haben.

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