Stronach zeigt kein gutes Händchen für Pferde, Rinder und Kürbis

    25. Jänner 2019, 10:59
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    Der Magna-Gründer und Ex-Politiker soll hunderte Millionen Dollar verloren haben

    Wien – Was macht Magna-Gründer Frank Stronach seit seinem Ausscheiden beim Autozulieferer Magna und aus der Politik? Er soll immer noch sehr umtriebig, allerdings alles andere als erfolgreich sein. Der Austrokanadier hat zusehends seine Hobbys zum Beruf gemacht. Er investierte in Golfplätze, Pferderennställe, Zucht, Rinderfarmen, E-Bikes und ein Projekt zur Gewinnung von Kürbiskernöl. Finanziert wurden seine Unterfangen von der The Stronach Group (TSG), die von seiner Tochter Belinda geführt wird.

    Schenkt man ihren Angaben Glauben, hat Stronach mit seinen Geschäften hunderte Millionen kanadische Dollar verjuxt. In ihrer Klagsbeantwortung listet seine Tochter zahlreiche Investments auf, die sich zum Fass ohne Boden entwickelt hätten. Konkret geht es dabei unter anderem um die Firma Adena Farms in Florida, die in eine Herde mit tausenden Rindern samt 40.000 Hektar Biofarm und Fleischverwertung investierte.

    adenaspringsfarm
    Man of all Seasons – Stronach lässt sich für Erfolge in Zucht und Pferderennsport feiern.

    Aufgelistet wird auch die Errichtung von zwei zwölf Stockwerke hohen Pegasus-Bronzeskulpturen, die mit sechs Millionen kanadischen Dollar (vier Millionen Euro) veranschlagt waren und letztlich 55 Millionen gekostet haben sollen. Insgesamt beliefen sich die privaten Ausgaben Stronachs aus dem Familienvermögen auf 135 Millionen kanadische Dollar (89 Millionen Euro), behauptet dessen Tochter.

    Kostspielige Ausflüge

    Belinda Stronach bestreitet nun in ihrer Klagsbeantwortung jedes ungesetzliche Verhalten und erklärt darin, sie habe verschiedene Schritte setzen müssen, um Franks kostspielige Ausflüge zu stoppen. Dazu zählt auch der Verkauf von Golfplätzen und anderen Geschäftsaktivitäten ihres Vaters, die viel Geld gekostet haben sollen. Belinda Stronach vertritt zudem die Auffassung, dass die Klage ihres Vaters nur eingereicht wurde, um die Kontrolle über Operationen zurückzuerlangen, die das Familienunternehmen belastet haben.

    Obwohl Frank einen der größten Automobilzulieferer der Welt geschaffen hat, sei er bei fast allen seiner Unternehmen in anderen Branchen und bei politischen Angelegenheiten in erheblichem Maße gescheitert, heißt es in dem Schriftsatz. "Diese Klage ist ein Versuch, die TSG zu zwingen, Franks unvorsichtige und in einigen Fällen fantasievolle Pläne zulasten der TSG und ihrer Stakeholder zu finanzieren." Mehrfache Versuche, die Differenzen familienintern zu klären, seien gescheitert. Belinda Stronach verweis auch auf den deutlich positiven Cashflow des Unternehmens. Die Einnahmen seien von 2011 bis 2017 von 555 Millionen auf 1,1 Milliarden Dollar gestiegen. (dol, 25.1.2019)

    • Hat kein Glück mit Pferden und Rindern: Frank Stronach.
      foto: apa/afp/alexander klein

      Hat kein Glück mit Pferden und Rindern: Frank Stronach.

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