"Anthem" angespielt: Ein erster Blick auf EAs nächsten Blockbuster

    24. Jänner 2019, 19:00
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    Biowares MMO-Shooter zeigt bei der Aufmachung viel Potenzial – Fragezeichen um Design von Combat, Missionen und Geschichte

    Riesige, bildgewaltige Welten, blitzschnelle und feuerintensive Kämpfe und die Menschheit kurz vor der Auslöschung: Das sind die Rahmenbedingungen von Biowares anstehendem MMO-Shooter Anthem, der am 22. Februar für PC und Konsolen erscheint. Acht Jahre Entwicklung hat das Spiel beansprucht – nur bei einem Spiel (Spore) hat EA bisher eine derart lange Zeit gutgeheißen. Bis auf vereinzelte Trailer hat der Publisher allerdings bislang mit Infos gegeizt – nun konnte DER STANDARD bei einem Event in London einen ersten Blick auf EAs wichtigsten Blockbuster des Jahres 2019 werfen und die Anfänge sowie das Endgame mehrere Stunden lang anspielen.

    foto: ea
    Diese vier Spielklassen gibt es bei "Anthem".

    Vier unterschiedliche Spielklassen

    In Anthem übernehmen Spieler die Rolle von sogenannten "Freelancern", also heldenhaften Kriegern in Superhelden-Anzügen, die die Menschheit vor zahlreichen Gefahren beschützen. Vier unterschiedliche Spielklassen hat Bioware vorgesehen – etwa einen besonders agilen Kämpfer, der mit Nahkampfattacken Gegner umnietet, oder einen Tank, der vieles einstecken kann, dafür aber schwerfälliger ist. Loot, der durch Kämpfe und Missionen erwirtschaftet wird, kann für zahlreiche Upgrades an Anzug und Waffe eingesetzt werden.

    foto: ea
    Spielfiguren können frei gestaltet und mit Upgrades versehen werden.

    Zu viert macht am meisten Spaß

    Zentrale Anlaufstelle und Rückzugsort für "Freelancer" ist Fort Tarsis, von wo aus Missionen organisiert werden. Man kann die Welt von Anthem aber auch ohne Auftrag in Angriff nehmen und mit Freunden oder alleine herumfliegen, Ressourcen sammeln und Gegnerhorden bekämpfen. Laut Bioware sollte man das Game zu viert angehen – Anthem-Producer Thomas Singleton sagte dem STANDARD allerdings, dass auch Einzelspieler auf ihre Kosten kommen werden. Bei dem Event zeigte sich aber sehr deutlich, dass das Spiel mit menschlicher Begleitung nun doch viel mehr überzeugen kann.

    foto: ea
    Auch eine Vielzahl an Waffen steht in dem Game zur Verfügung.

    Wunderschöne Welt

    Die gezeigten Missionen lassen sich im Grunde mit "Flieg dorthin, zerstöre alle Gegner und sammle Gegenstände ein" zusammenfassen. Der Weg zu den Missionen bereitete bei der Preview große Freude, hat Bioware in den acht Jahren Entwicklung doch eine herausragende Spielwelt geschaffen, die hinsichtlich ihrer Diversität und Gestaltung ein neuer Meilenstein werden dürfte. Mit einem "Freelancer" durch dieses Universum zu fliegen bereitet große Freude – hier zeigte Anthem sein bislang größtes Potenzial.

    Abwechslungsloser Combat

    Kämpfe hingegen erwiesen sich als äußerst durchschnittlich – hier fehlte es beim Spielen der Preview gewissermaßen an Abwechslung. Zwar ist es durchaus kurzweilig, am Boden und aus der Luft etliche Gegner mit verschiedenen Spezialattacken auseinanderzunehmen, nach einer gewissen Zeit und aufgrund der eher schwachen Gegner-KI setzt aber doch eine Ermüdung ein. Immer die gleichen dümmlichen Gegner mit ähnlichem Angriffsmuster ist nicht gerade abwechslungsreich. Auch beim Schwierigkeitsgrad fehlte es der Preview noch an Feinschliff. Entweder war das Spiel viel zu schwierig oder viel zu einfach. Anthem bietet vier Schwierigkeitsgrade, wobei "Grand Master 1" – der schwierigste Modus – erst ab Level 30 freigeschaltet werden kann.

    Wie gut oder schlecht wird die Story?

    Hinsichtlich der Story des Spiels fällt eine Einschätzung schwer. Bei der Nutzung der Preview wurde man regelrecht mit Informationen über die Geschichte von Anthem zugehäuft – Singleton sagte aber, dass im Lauf des Spiels ein verständliches Gesamtbild aufgebaut wird. Bioware hat sich mit Serien wie Dragon Age und Mass Effect einen sehr guten Namen gemacht, was die Geschichte der Spiele angeht. Alles aus dem Anthem-Universum will man zum Launch wohl aber auch nicht erzählen, hat doch nicht zuletzt Biowares General Manager Casey Hudson bereits betont, dass der Start des Spiels erst der Anfang sei.

    anthem game

    Mikrotransaktionen sind dabei

    Zum Launch steht eine Kampagne bereit – wie viele Stunden diese umfasst, wollte Singleton dem STANDARD nicht verraten. Der Bioware-Producer betonte allerdings, dass das Game aufgrund der riesigen Spielwelt und der zahlreichen Möglichkeiten Spieler an Anthem fesseln soll. Es ist übrigens nicht möglich, das Game mittels Zahlung von Echtgeld schneller durchzuspielen. Miktrotransaktionen sind zwar Teil des MMO-Shooters, diese sollen sich jedoch auf kosmetische Gegenstände beschränken. In der Preview war es bereits möglich, einen Blick auf den In-Game-Shop zu werfen – hier ergab sich die Möglichkeit, Anzüge in bestimmten Designs und weitere Verzierungen entweder mit In-Game-Währung oder Echtgeld zu erwerben.

    nvidia geforce

    Vorläufiges Fazit

    Nach Anspielen von EAs Anthem ist es nicht einfach, ein eindeutiges Vorabfazit zu treffen. Einerseits hat Bioware bei der Spielwelt und generell der Aufmachung des Games fantastische Arbeit geleistet. Hier muss man anerkennen, dass ein neuer Meilenstein gesetzt wurde. Was das bislang gesehene Design der Missionen und den Combat allgemein betrifft, ist allerdings noch Luft nach oben. Hier fehlt es an Abwechslung. Ein Fragezeichen bleibt auch die Story von Anthem. Dass Anthem Biowares Antwort auf Bungies Destiny ist, ist wohl kein Geheimnis. Besagte Kritikpunkte und somit die Fehler des Vorbilds nachmachen sollte das Studio allerdings nicht. (Daniel Koller aus London, 25.1.2019)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Die Reise zur Veranstaltung erfolgte auf Einladung von Electronic Arts.

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