Immobilienbranche: So schnell wie ein Jetpilot

    Ansichtssache25. Jänner 2019, 12:32
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    Beim Immo-Event "TheReal100" gab ein Jetpilot Einblicke in seine Missionen

    foto: regine hendrich

    Jetpilot Christian Rode schilderte in seiner Keynote im Looshaus, was die Immobilienbranche von Flugzeugpiloten lernen kann.

    Zweifache Schallgeschwindigkeit kann ein Kampfjet erreichen. Piloten müssen daher blitzschnelle Entscheidungen mit sprichwörtlicher Tragweite treffen, denn davon hängen Leben ab.

    Wie eine solche Mission funktioniert, war Thema des vom Standard und der Agentur Ente & Co veranstalteten Afterwork-Events "TheReal100", das am Mittwoch bereits zum vierten Mal im Wiener Looshaus stattfand.

    Querdenker Christian Rode erklärte vor hundert Immobilienprofis, worauf es beim Fliegen ankommt. "Bei uns gibt es keinen Plan B, wir haben ein Ziel und eine Linie, die uns dorthin führt", schilderte der Jetpilot. Jeder wisse genau, was wann zu tun ist, nur so könne in Bruchteilen von Sekunden richtig reagiert werden.

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    foto: ente und co

    Immobilien-Experte Friedrich Csörgits begrüßte das Publikum.

    Vorausplanen und ein Durchspielen der Was-wäre-Wenns ist dabei das Um und Auf. Dass Rasanz auch in der Immobilienbranche ein wichtiges Thema ist, betonte Organisator Fritz Csörgits: "Die Entwicklungen sind rasant, Proptechs treiben die digitale Technologie voran, Häuser werden über Nacht abgerissen, und die Gesetzgeber nötigen uns, schnell zu reagieren." Zwar keine Schallgeschwindigkeit, aber hohes Tempo zeigen auch Crowdfinanzierungsprojekte, die heute erfolgreich binnen Stunden Finanzierungsmöglichkeiten für Immobilienentwickler und Bauträger schaffen.

    Perfekte Fehleranalyse

    Ist eine Flugmission zu Ende, gibt es ein Debriefing, bei dem jeder Einsatz eingehend analysiert wird. "Niemand spricht gern über Fehler, aber um das Individuum geht es gar nicht", so Rode. Das Einzige, was zähle, sei, wie die ganze Einheit von der Analyse profitiere. In Rodes Einheit werden in Nachbesprechungen keine Namen und Dienstgrade genannt, um die Angst vor Hierarchien abzubauen und rein faktenbasiert Fehler zu analysieren.

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    foto: regine hendrich

    Das Immo-Publikum lauschte gespannt und diskutierte die ein oder andere Empfehlung sofort im Immobilienkontext.

    Für das Fehlermanagement in schnelllebigen Branchen könne das ein Vorbild sein, so Flugzeugpilot Rode, denn: "Man muss kleine Fehler anschauen, bevor es zur Katastrophe kommt." Ein anonymes Reportingsystem könnte die Fehlerkultur in Unternehmen verbessern. Die Zuhörer aus der Immobilienbranche nahmen von dem Vortrag mit, dass es zwar keine perfekte Mission gibt, man es aber trotzdem jeden Tag versuchen soll. Das Ziel rückt jedes Mal ein Stück näher. (adem, 25.1.2019)

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