Tirol: Skitour zur Sonnspitze und zum Kornbichl

    25. Jänner 2019, 15:00
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    Eineinhalb Tiroler Gipfel mit Hüttenoption

    Der Auracher Graben in Tirol, zwischen Kitzbühel und Jochberg gelegen, hat sich zur beliebten Skitourendestination gemausert. Dementsprechend schnell füllt sich an schönen Tagen der Parkplatz am Ausgangspunkt. Kein Wunder, umgeben den Graben doch Hänge in nahezu allen Expositionen. So kann man sich meistens aussuchen, wo der Schnee gerade am besten ist.

    Rings um den Auracher Graben, auch Wildalmgraben genannt, stehen zahlreiche Gipfel über und unter der Zweitausendermarke. Auf sie führt ein knappes Dutzend Skitouren. Die meisten weisen "skifahrfreundliches" Gelände auf – typisch Kitzbüheler Alpen. Nur einige wenige Gipfel, wie der Bischof, zeigen oben die Zähne.

    Unscheinbare Kuppe

    Eine Paradeskitour im Auracher Graben ist der Anstieg über die Hochwildalm auf die Sonnspitze (2.062 m). An diesen Gipfel hängen viele noch den kleinen Gegenanstieg zum Kornbichl (ca. 1.970 m) an. Das ergibt eine schöne Eineinhalb-Gipfel-Kombi – eineinhalb deshalb, weil der Kornbichl auch mit viel gutem Willen kaum als eigenständiger Gipfel zu bezeichnen ist. Dementsprechend ist die unscheinbare Kuppe im Nordostrücken des Staffkogel in den meisten Landkarten auch gar nicht verzeichnet.

    Und dennoch lohnt sich der Kornbichl, denn die Abfahrt hinunter zur Staffalm ist eine der schönsten im gesamten Auracher Graben: auf herrlich hindernislosen und gleichmäßig steilen Hänge, oft mit Pulverschnee.

    Gut "ansitzen"

    Ein weiteres Plus: Im Gegensatz zum letzten Winter ist die Hochwildalmhütte der Naturfreunde in dieser Wintersaison von Donnerstag bis Sonntag wieder bewirtschaftet. Die einheimische Familie Krall hat die Nachfolge von Wolfgang Feiersinger angetreten. Der Ex-Fußballprofi hatte die Hütte zuvor neun Jahre lang mit seiner Lebensgefährtin geführt.

    Wem die Hochwildalmhütte beim Aufstieg fast zu früh kommt für den Einkehrschwung – nämlich schon nach rund eineinhalb Stunden –, der bremst sich nach Abschluss der Tour einfach in Oberaurach ein. Beim altehrwürdigen Hallerwirt ist nämlich mindestens genauso gut "ansitzen". (Uwe Grinzinger, 25.1.2019)

    Outdoor-Tipps gesammelt:

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    Service & Info

    karte: der standard

    Ausgangspunkt: Aurach bei Kitzbühel, Parkplatz "Wildparkkehre" im Auracher Graben (1.046 m, gebührenpflichtig).

    Anreise: Mit Öffis leider kaum erreichbar. Mit dem PKW: Von Kitzbühel Richtung Jochberg bis nach Aurach. Dort immer den "Wildpark"-Schildern folgen: Ca. 50 m nach der Tankstelle links abbiegen, in Oberaurach vor der Kirche rechts, dann ca. 2,5 km in den Auracher Graben bis zu einer Linkskehre (Tafel "Wildpark 700 m"). Hier rechts auf den großen Parkplatz.

    Aufstieg: Vom Parkplatz auf der Forststraße (= "Wild-/Staffalmweg") in den Auracher Graben (= Wildalmgraben) hinein. Bei P. 1.248 m (Wegweiser "Hochwildalm"), steigen wir links über freie Wiesenhänge recht steil nach Osten hinauf zur Wildalm (ca. 1.380 m) und weiter zur Hochwildalmhütte (1.557 m). Knapp unter ihr vorbei, ganz kurz nach Südosten bergab und im Rechtsbogen auf die steilen Nordwesthänge unter dem Schotting (1.799 m). Sie werden ansteigend gequert (je nach Lawinengefahr ev. heikel!), der Schotting dabei im Linksbogen umgangen. Danach sanft ansteigend nach Südosten Richtung Henlabjoch. Kurz vor ihm links und über die muldenartige Sonnspitze-Südflanke und den Südostrücken zum Gipfel (kurz unter dem Gipfel meist Skidepot).

    Übergang zum Kornbichl: Von der Sonnspitze am Aufstiegsweg abfahren, dann Querung nach Südosten ins Henlabjoch (1.860 m). Von dort am Rücken (bzw. leicht rechts davon in der Flanke) hinauf auf den unscheinbaren Kornbichl (ca. 1.970 m, kein Gipfekreuz).

    Abfahrt: Vom Kornbichl über schöne Hänge nach Nordwesten zur Staffalm (1.589 m) abfahren. Nun in westlicher Richtung in den Talboden hinunter und im Graben auf einem Karrenweg talauswärts (kurze Schiebepassage), bis man wieder auf den Aufstiegsweg trifft. Auf ihm retour zum Ausgangspunkt.

    Anforderungen: Beliebte und skitechnisch eher einfache Skitour. Lawinenkundliches Beurteilungsvermögen nötig, v. a. für die Querung unter dem Schotting und für den Gipfelanstieg zur Sonnspitze. Solide Kondition erforderlich (gut 1.100 Höhenmeter), ebenso etwas Trittsicherheit für die letzten Meter zum Sonnspitze-Gipfel.

    Einkehr: Hochwildalm (unterwegs), Hallerwirt (in Oberaurach)

    Karte: Alpenvereinskarte 34/2 ("Kitzbüheler Alpen Ost")

    Literatur: Markus Stadler – Skitourenführer Kitzbüheler Alpen, Panico Verlag, 2018, ISBN 978-3-95611-063-4

    • Eineinhalb Skitourengipfel: Sonnspitze (links) & Kornbichl (rechts, unter dem felsigen Staffkogel)
      foto: uwe grinzinger

      Eineinhalb Skitourengipfel: Sonnspitze (links) & Kornbichl (rechts, unter dem felsigen Staffkogel)

    • Re-Opening: Auf der Hochwildalmhütte sind wieder Einkehrschwünge möglich
      foto: uwe grinzinger

      Re-Opening: Auf der Hochwildalmhütte sind wieder Einkehrschwünge möglich

    • Ziel voraus: Nach Umgehung des Schotting folgen flache Böden Richtung Sonnspitze (hinten Mitte
      foto: uwe grinzinger

      Ziel voraus: Nach Umgehung des Schotting folgen flache Böden Richtung Sonnspitze (hinten Mitte

    • Schaumkrone: Wächten zeugen vom Windeinfluss am Sonnspitze-Gipfel
      foto: uwe grinzinger

      Schaumkrone: Wächten zeugen vom Windeinfluss am Sonnspitze-Gipfel

    • Mütze voraus: Der Bischof thront über zwei Skitourengehern nahe der Hochwildalmhütte
      foto: uwe grinzinger

      Mütze voraus: Der Bischof thront über zwei Skitourengehern nahe der Hochwildalmhütte

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