Honor View 20: Das Loch-Handy im Hands-on

    23. Jänner 2019, 11:58
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    Die Alternative zum Notch erscheint sinnvoll, die neue Kamera könnte überraschen

    Mit Superlativen sparte George Zhao, Präsident der Huawei-Tochter Honor, nicht, als man mit dem View 20 das erste Smartphone-Flaggschiff des Jahres für den weltweiten Markt präsentierte. Ein neues Design, eine bessere Kamera, ein flotterer Chip und ein Loch im Display, wo sonst ein "Notch" ins Bild ragen würde.

    Das ist das Rezept für das Handy, das alsbald für 599 Euro zu haben sein soll. Der STANDARD hat einen ersten Blick auf das Gerät geworfen.

    foto: standard/pichler

    Wohl besser als ein Notch

    Optisch ist schon einmal klar: Der Kampf gegen dicke Ränder findet auch 2019 seine Fortsetzung. Oben, links und rechts gibt sich das View 20 betont schmal. Eine Spur dicker fällt die untere Abgrenzung aus. Die Frontkamera wurde in das erwähnte Loch übersiedelt, das sich im linken oberen Eck befindet. Die Android-Oberfläche, das auf Android 9 basierende "Magic UI", ist dementsprechend angepasst.

    Im bisher kurzen Testbetrieb ist es nicht störend aufgefallen. Tatsächlich dürfte es noch weniger Umgewöhnung brauchen, als die sonst öfter gesehene Kerbe, eben weil es kleiner ist und nicht zentral platziert ist. Bei der Präsentation hat man eine weitere Begründung geliefert, warum diese Lösung dem Notch überlegen ist. Und diese betrifft Games.

    foto: standard/pichler

    Spielt man Spiele im Landscape-Modus, liegt das Loch dort, wo man es üblicherweise mit dem Finger zum Erreichen von Bedienelementen ohnehin überdeckt. Selbst bei Games, die man im Porträtmodus zockt, dürfte selten relevantes Areal überdeckt werden. Dennoch gewährt hier eine in den Randbereich integrierte Kamera mehr Freiheit. Und Videos, die vielleicht künftig das LC-Display mit 2.310 x 1.080 Pixel komplett ausfüllen, sind mit einem Loch auch weniger lustig zum ansehen.

    Glanzeffekt gegen Fingerabdrücke

    Apropos Display: Dieses ist standardmäßig etwas "kühl" eingestellt, allerdings nicht blaustichig, auch wenn es auf den Fotos so wirkt. Helligkeit und Kontraste wirken solide, man merkt allerdings, dass es kein AMOlED-Panel ist. Mit einer Diagonale von 6,4 Zoll bietet es auch einigen Platz für Inhalte, macht das View 20 trotz der schlanken Ränder aber definitiv zu einem recht großen Handy.

    foto: standard/pichler
    Eine grobe Übersicht über Hardware und Features des Honor View 20.

    Der verglasten Rückseite des gut verarbeiteten Geräts hat man mittels einer "Nanotextur" einen neuen, pfeilförmigen Glanzeffekt verliehen. Der sieht nett aus und dürfte die Anfälligkeit für Fingerabdrücke eine Weile kaschieren können.

    In Sachen Performance stimmt die ersten Stunde mit dem Handy zuversichtlich. In den Systemmenüs ruckelt nichts, Apps starten flott. Der Allroundbenchmark Antutu bescheinigt dem Gerät knapp 280.000 Punkte, womit es sich etwa auf dem Niveau des Google Pixel 3 XL befindet.

    foto: standard/pichler

    Vielversprechende Foto-Probe

    Bei der Kamera hat man von zwei Fotosensoren auf eine Kamera und ein Modul zur Tiefenerfassung umgestellt. Für die Bildaufnahme ist dafür nun ein Sony-Sensor mit einer Auflösung von 48 Megapixel verantwortlich. Das erinnert nicht zufällig an das Huawei Mate 20 Pro, das aber eben zusätzlich auch noch eine zweite Kamera hat.

    Neben allgemein guter Fotoqualität und hohem Detailgrad wurde vor allem eine Verbesserung des Nachtmodus angepriesen. Dieser soll nun, auch dank einer KI-gestützten Bildstabilisierung, ohne Stativ scharfe Shots bei schlechten Lichtbedingungen liefern. Eine Probeaufnahme des Arc de Triomphe in Paris zeigt: Es funktioniert, auch wenn so manches Bilddetail daran glauben muss. Allerdings ist der Triumphbogen relativ gut beleuchtet, es bleibt also abzuwarten, wie sich die Kamera hier bei schwierigeren Nachtsituationen schlägt. Einen ordentlichen Eindruck macht auch eine zweite Testaufnahme unter dem Kunstlicht eines Hotelzimmers.

    Ausgeschwiegen hat man sich hinsichtlich Soundverbesserungen. Das liegt daran, dass es keine zu geben scheint. Auf Stereolautsprecher wird weiterhin verzichtet. Im Kurztest erreichte der Mono-Speaker eine gute Lautstärke und hörte sich für seine Verhältnisse passabel an.

    Fortsetzung folgt

    Eine nähere Inspektion der angesprochenen Punkte sowie der weiteren Hardware- und Softwarefeatures folgt in der ausführlichen Rezension. Der Ersteindruck fällt jedenfalls positiv aus. Das Honor View 20 wird mit 128 GB Speicher und 6 oder 8 GB RAM sowie 256 GB Speicher und 8 GB RAM erhältlich sein. Der Startpreis liegt, wie erwähnt, bei 599 Euro. (Georg Pichler aus Paris, 23.01.2019)

    Hinweis im Sinne der Leitlinien: Die Reise zur Vorstellung des View 20 erfolgte auf Einladung von Honor.

    Links

    Honor

    Nachlese

    Honor View 20 vorgestellt

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