Großfahndung nach Entführung in Eisenstadt

    22. Jänner 2019, 23:30
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    88-Jährige soll gezwungen worden sein, in schwarze Limousine zu steigen

    Eisenstadt – Im Fall der entführten 88-jährigen Frau in Eisenstadt ist die Polizei laut eigenen Angaben "auf jeden kleinsten Hinweis angewiesen", teilte Polizeisprecher Helmut Marban mit. Zunächst war nur bekannt, dass die Frau in eine schwarze Limousine "verfrachtet" wurde. Zur Identität des Opfers hielt man sich weiter bedeckt.

    "Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir, dass sich diese vermeintliche Entführung um circa 15.30 Uhr zugetragen hat in Eisenstadt in der Esterhazy Straße", schilderte Marban noch einmal den Vorfall, der sich in etwa auf Höhe der Rettungseinfahrt des Krankenhauses ereignet habe. Die 88-Jährige sei mit ihrer Pflegerin spazieren gegangen, als plötzlich zwei schwarze Limousinen in deren Bereich gehalten hätten. Eine Frau sei aus einem Wagen gestiegen, habe die Pflegerin weggeschubst. Das Opfer sei anschließend in eines der Autos "verfrachtet" worden, so der Polizeisprecher.

    "Wir wissen zum derzeitigen Zeitpunkt, dass es sich um zwei schwarze Fahrzeuge gehandelt hat, mit möglicherweise ausländischem Kennzeichen." Mehr sei zu den Fahrzeugen nicht bekannt. Nach dem Vorfall seien die Täter mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Bergkirche davon gefahren.

    Ein Mann und zwei Frauen

    Bei einer der Täterinnen – es sollen ein Mann und zwei Frauen beteiligt gewesen sein – dürfte es sich um eine große, schlanke, blonde Frau handeln, die eine Mütze getragen habe. "Das ist jetzt zum jetzigen Zeitpunkt der Erhebungsstand, der uns vorliegt."

    Konkrete Hinweise zu den Entführern oder einen möglichen Erpresserbrief bzw. sonstige Kontaktaufnahmen habe es zunächst "überhaupt nicht" gegeben. "Wir ermitteln wirklich in alle Richtungen. Wir haben unmittelbar nach der Tat eine Alarmfahndung ausgelöst, die mittlerweile auch auf internationaler Ebene Fahndungsmaßnahmen nach sich gezogen hat. Das heißt, wir ermitteln wirklich in alle Richtungen", sagte Marban.

    "Das ist jetzt der Stand der Dinge. Wir ermitteln auf Hochtouren. Und unsere Hoffnung setzt sich schon auf die Möglichkeit, dass irgendjemand vielleicht diesen Entführungsfall gesehen haben könnte, irgendwelche zweckdienlichen Hinweise machen könnte. Und das kann man: Bei jeder Polizeidienststelle, beim Landeskriminalamt Burgenland – nach Möglichkeit auch anonym, wenn es denn gewünscht ist. Wir sind hier auf jeden kleinsten Hinweis auch angewiesen", hielt der Polizeisprecher fest.

    Polizei hält Identität zurück

    Zur Identität der Entführten wollte die Exekutive auch Stunden nach dem Vorfall keine näheren Angaben machen. "Haben Sie bitte Verständnis. Sowohl aus kriminaltaktischen, aus fahndungstechnischen Gründen als auch zum Schutz des Opfers können wir zu Identität derzeit nichts sagen", sagte Marban. Auf die Frage, ob es in einem Entführungsfall nicht hilfreicher wäre, den Namen des Opfers zu nennen oder etwa ein Foto zu veröffentlichen, sagte er: "Möglicherweise, wenn nähere Umstände bekannt sind. Zum derzeitigen Zeitpunkt haben wir uns entschlossen, dazu nichts zu sagen."

    Die Pflegerin der 88-Jährigen wurde bei dem Vorfall nicht verletzt. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut. Wie es der Familie des Opfers gehe, dazu lagen Marban zunächst keine Informationen vor.

    Die Hauptermittlungstätigkeit liegt nun beim Landeskriminalamt Burgenland. Etwaige Hinweise werden in die weiteren Ermittlungstätigkeiten einfließen, erläuterte der Polizeisprecher die weiteren Schritte in diesem Fall. "Es wird eine Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft geben und dann hoffen wir doch, dass der bzw. die Täter sozusagen gefasst werden können."

    Vom Zeitpunkt der Tat am Nachmittag bis in die Abendstunden gingen zunächst keine weiteren Hinweise – abgesehen von den genannten Erstinformationen – ein. "Aber wir sind permanent und rund um die Uhr mit diesem Fall beschäftigt", so Marban. (APA, 22.1.2019)

    Hinweis

    Wir berichten vorerst nicht über die Identität des Entführungsopfers, um die Fahndung nicht zu gefährden.

    • Der Tatort in der Esterhazystraße.
      foto: apa/robert jäger

      Der Tatort in der Esterhazystraße.

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