Wien–Salzburg: Reisen Sie mit Auto, Bahn oder Flugzeug?

    23. Jänner 2019, 12:00
    365 Postings

    Welches Verkehrsmittel nutzen Sie oder würden Sie nutzen, wenn Sie von Wien nach Salzburg reisen müssten. Und warum?

    Ja, klar ist die Strecke Wien–Salzburg ganz bewusst gewählt. Die beiden Städte sind nämlich ideal miteinander verbunden. Bis zu viermal pro Stunde fährt ein Zug von Wien nach Salzburg, bis zu dreimal am Tag hebt ein Flieger ab, und die beiden Städte sind über die Autobahn quasi direkt miteinander verbunden. Sogar die zwei 140er-Abschnitte kann man auf der Strecke für sich nutzen, wenn Zeit bei der Reise ein Thema ist.

    Am schnellsten legt die Strecke der Flieger zurück. Gerade einmal 50 Minuten braucht die AUA für die rund 300 Kilometer. Gut, da darf man aber nicht vergessen, dass man nicht nur erst einmal nach Schwechat auf den Flughafen muss. Sicherheitskontrolle, Boarding und die Aussteigerei, das alles dauert.

    foto: apa
    Bis zu dreimal täglich fliegt die Austrian Airlines von Wien nach Salzburg.

    Der große Vorteil der Flugverbindung liegt wohl in der Gegenrichtung. Dann nämlich, wenn man von Salzburg nach Wien fliegt und von dort aus weiter.

    In der Situation hat der Zug das Nachsehen, auch wenn die Anbindung des Flughafens via Schnellbahn eine sehr gute ist. Und mit dem Auto rodelt man auch direkt von der A1 über die S1 und die A4 zum Flughafen. Aber bleiben wir bei der Idee, die Städte Salzburg und Wien miteinander verbinden zu müssen.

    Parkplatzsuche

    Den Nachteil, erst an den Bahnhof fahren zu müssen, kann man vielleicht vernachlässigen, wenn man bedenkt, dass man in der Zielstadt ja auch noch einen Parkplatz suchen muss. Das kann dauern. Zudem ist der Zug mit einer Fahrzeit von rund 2,5 Stunden um gut eine halbe Stunde schneller als das Auto. Rund drei Stunden braucht man mit dem Pkw für die 300 Kilometer, wenn man sich an die Tempolimits hält und dafür keinen Stau hat.

    Beim Preisvergleich hat die Bahn die Nase vorne, überhaupt wenn man ein Sparschiene-Ticket um 19 Euro ergattert. Um 50 Euro fährt man mit etwas Glück bei der ÖBB in der ersten Klasse. Die Westbahn kostet 28,90 Euro.

    Legen wir dem Auto das amtliche Kilometergeld zugrunde, kommen wir auf Reisekosten von fast 130 Euro. Schon allein die Spritkosten machen in etwa so viel aus wie das Sparschiene-Ticket der ÖBB. Da ist noch kein sonstiger Verschleiß eingerechnet. Überraschend günstig sind auch die Flugpreise der Austrian Airlines auf der Strecke. Ab 108 Euro fliegt man bereits Economy von Wien nach Salzburg. Vorausgesetzt man hat rechtzeitig gebucht.

    Ausgebuchte Flüge

    Die Flugverbindung ist so gefragt, dass man viele Tage im Voraus buchen muss, wenn man einen ganz bestimmten Flug haben will. Und will man das nicht immer? Da ist die Bahn deutlich flexibler. Und mit dem Auto fährt man sowieso los, wann es gerade passt. Was natürlich dem Komfort in die Hand spielt.

    foto: apa
    Mit dem Auto ist man flexibel, was die Reisegestaltung angeht, und neuerdings auch ein bisserl flotter in Salzburg. Mehr als eine ganze Minute.

    Andererseits muss man, wenn man mit dem Auto fährt, selbst arbeiten, kann dafür ganz problemlos viel Zeug mitnehmen. Im Komfortranking hat derzeit der Flieger ganz klar das Nachsehen, weil die Embraer und die Dash, welche Austrian Airlines auf der Strecke gern einsetzen, alles andere als komfortabel sind. Aber gut, die werden ja demnächst auch ausgetauscht. Da haben wir das Thema Gepäck noch gar nicht angeschnitten. Das funktioniert bei der Zugreise alles besser. Man übersteigt mit dem Handtascherl noch nicht die Ablagekapazitäten, und selber fahren muss man auch nicht.

    Kohlendioxid-Bilanz

    Bleibt noch der Umweltaspekt. 200 Kilogramm CO2, rechnet Naturefund aus, fallen bei der Reise mit dem Flugzeug an, 40 bis 50 Kilogramm mit dem Auto, rund vier Kilogramm mit dem Zug. Allerdings wird außer beim Auto jede Berechnung so angestellt, als wäre das Verkehrsmittel ausgelastet. Ein leerer Zug schneidet also wohl schlechter ab als ein vollbesetzter Neunsitzerbus. Doch nun endlich zur Frage: Womit reisen Sie?

    Welches Verkehrsmittel würden Sie auf die Schnelle für diese Reise bevorzugen und warum? Welche Parameter Ihrer Reise müssten sich ändern, um auf ein anderes Verkehrsmittel umzusteigen, und welches wäre das dann? Und bleibt Ihre Entscheidung die gleiche, wenn wir statt nach Salzburg nach Graz fahren, weil es dort doch schöner ist? (Guido Gluschitsch, 23.1.2019)

    Share if you care.