Gräber in England: Waren kopflose Römer Mitglieder eines Kultes?

    Ansichtssache20. Jänner 2019, 20:57
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    foto: archaeological solutions

    Geköpfte römische Tote geben Rätsel auf

    So wie wir in Europa heute unsere Toten beisetzen, haben es im Großen und Ganzen bereits die alten Römer getan: Begraben in der Erde, meist in schöner Kleidung, oft auch in einem kunstvoll gestalteten Sarkophag. Nun aber haben Archäologen in der englischen Grafschaft Suffolk einen römischen Friedhof aus dem vierten Jahrhundert entdeckt, bei dem sich einige Beisetzungen signifikant unterscheiden. Von den insgesamt 52 Toten waren 17 postmortem enthauptet worden, das zeigten Schnittspuren an der Wirbelsäule. Die Köpfe fanden die Wissenschafter neben oder zwischen den Beinen. Was es damit auf sich haben könnte, ist dem Team um Andrew Peachey von der Organisation Archeological Solutions ein Rätsel.

    Die Gräber lassen jedenfalls kaum Schlüsse auf die Ursache dieser merkwürdigen Beisetzungspraktiken zu, noch geben sie Auskunft über die Identität der Toten. Es wurden keine Grabbeigaben gefunden, die kopflosen Gerippe gehörten einst zu Männern, Frauen und sogar Kindern. "Alle waren gut genährt und hatten kräftige Körper", sagte Peachey. Das würde immerhin auf Angehörige der bäuerlichen Bevölkerung schließen lassen. Einige Theorien haben die Wissenschafter dennoch: Möglicherweise gehörten die Toten einem römischen Kult an, der den Kopf mit dem Sitz der Seele in Verbindung bringt. Oder aber die 17 aus der Art schlagenden Beigesetzten waren fremder Herkunft und wurden nach ihren heimatlichen Sitten bestattet.

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