Neue Staffel von "Star Trek: Discovery": Kurz die Welt retten

    Video18. Jänner 2019, 15:00
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    Die jetzt bei Netflix abrufbare zweite Staffel zeigt, dass die Klingonen schon immer ungut drauf waren

    Zu den Standardwerken in der Bibliothek der ungelesenen Bücher aus den 1990er-Jahren zählen zweifellos diese zwei Werke: All I Really Need to Know I Learned from Watching Star Trek von Dave Marinaccio (für den Bereich der Theorie) sowie Make It So: Leadership Lessons from Star Trek: The Next Generation von Wess Roberts und Bill Ross (praktische Tipps für das Leiten einer Raiffeisenfiliale im Speckgürtel des Saturns).

    foto: netflix/cbs interactive/jan thijs
    Eine Frau namens Michael Burnham (dargestellt von Sonequa Martin-Green) bewahrt unsere Welt als erster Offizier auf der Discovery vor dem Untergang und noch Schlimmerem, trotz Problemen im Umgang mit hierarchischen Strukturen und einer geringen Frustrationstoleranz.

    Immerhin verhandeln die diversen Filme und ins Kraut schießenden Serien des Star Trek-Universums, das mit dem Raumschiff Enterprise während der 1970er-Jahre erstmals in die heimischen Kinderzimmer geflogen ist, grundlegende Probleme der irdischen und sämtlicher anderer Welten.

    Zwischen Outer-Space-Western, logischem Positivismus mit spitzen Ohren, Shakespeare-Zitaten und gestelzten Kalendersprüchen vom Planeten Vulkan geht es im Kompetenzzentrum Star Trek um die Eroberung des dreitausend Lichtjahre hinter Kalifornien und dann gleich links liegenden symbolischen Westens; das alles geschieht großteils friedlich, solange die Klingonen, Romulaner oder Borg nicht deppert werden. Das Geimpfte muss diesen Zivilisationen allerdings regelmäßig aufgehen, damit es die unsrigen Raumschiffe der "Sternenflotte" ordentlich dank Bumsti von einem Photonentorpedo durchschüttelt.

    Sonst würde es nämlich sehr schnell langweilig werden mit dem galaktischen Miteinander der Kulturen und Blumenketten, Ombudsmann für Grundstücksgrenzen, Lalelu und Kreistanz mit süßen kleinen Felltierchen oder Gnomen mit dreikommafünf Augen auf der gleichzeitig als Geschlechtsteil dienenden Nase.

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    Trailer zur zweiten Staffel von "Star Trek: Discovery".

    In der schier endlos wie die Weiten des Weltraums angelegten Saga, das wird nun auf Netflix auch die zweite Staffel von Star Trek Discovery zeigen, geht es nicht nur um immer auch irgendwie sehr gefährliche Menschen, die sich auf einer "Mission" befinden. Es geht natürlich auch um sehr wohl unsere heutige Arbeitswelt betreffende Skills in Sachen Management und Leadership, Effective Communication, Teamwork, High Performance, Mission-Control – und darum, dass man im Zweifel einen Furz darauf gibt und ordentlich auf den Tisch haut.

    Bassenastreit und Blutwein

    In der ersten Staffel der als "Reboot" gehandelten Discovery-Serie ging es im Vorjahr weiters um Folgendes: Abgesehen von nicht ganz abgeklärten hierarchischen Abläufen im Prozessmanagement der Föderation haben die menschenfeindlichen Klingonen neun Jahre vor Cpt. Kirk in der "Hauptzeitlinie", nicht in der "Kelvin-Zeitlinie" angesiedelt (in denen die neueren Star Trek-Kinofilme spielen, es ist kompliziert), einen intergalaktischen Bassenastreit vom Zaun gebrochen. Wüste Beschimpfungen über Skype, Planetensprengung, Folterterror und ohrenzerfetzende Kehllautsprache inklusive. Harter Stoff. Übrigens: Gegen die Rede eines Klingonengenerals nimmt sich Schweizerdeutsch wie der Gesang einer Nachtigall aus.

    Außerdem ging es um Raumsprünge, die von einem menschlichen Medium unter schwerem Drogeneinfluss getätigt wurden, was den Klingonen, die sich ausschließlich mit Blutwein einrauchen, ganz schön zu schaffen machte.

    Dazu setzte es in Rückblenden ein wenig knallharten Sadomasosex zwischen Mensch und Klingonin, passable Tricktechnik sowie ein wenig Hin- und Herbeamen. Es gab Faustkämpfe und Pengpeng, Hackordnung auf dem Hühnerhof, Geiselnahmen, beinahe versäumte Weltrettungsfristen und eine tatsächlich interessante weibliche afroamerikanische Protagonistin namens Michael (!!!) Burnham. Ab sofort herrscht auf Netflix in der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery so richtig Krieg zwischen Menschen und Klingonen. Der junge Spock ist dieses Mal als Quotengarant übrigens auch mit dabei. Steigere die Dosis. Muss ja. (Christian Schachinger, 18.1.2019)

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