500 Problemschulen bekommen Extraförderung

    17. Jänner 2019, 11:19
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    Insgesamt 569 Schulen "mit großen Herausforderungen" – Steiermark hat vergleichsweise besonders viele Standorte im Förderprogramm

    Wien – An mehr als 500 Schulen haben bei den Bildungsstandard-Überprüfungen extrem viele Schüler schlecht abgeschnitten – und zwar noch schlechter als angesichts der Zusammensetzung der Schülerschaft zu erwarten. Die meisten dieser Schulen, die ein eigenes Förderprogramm erhalten, liegen in Niederösterreich und der Steiermark, zeigt eine Anfragebeantwortung von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP).

    Insgesamt wurden österreichweit 569 "Schulen mit großen Herausforderungen" identifiziert – 351 Volksschulen und 218 Neue Mittelschulen. 2017 wurde deshalb vom Bildungsressort noch unter Ministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) das Förderprogramm "Grundkompetenzen absichern" gestartet. Priorität hatten dabei zunächst jene Schulen, in denen besonders viele Schüler (mindestens 20 Prozent) in gleich mehreren Bereichen die Bildungsziele nicht erreicht haben und die zusätzlich beim "fairen Vergleich", bei dem die Rahmenbedingungen vor Ort berücksichtigt werden, unterdurchschnittlich abgeschnitten haben.

    Bis 2021 sollen rund 500 dieser 569 Schulen an dem Programm teilnehmen. Bei den übrigen Standorten geht das Ministerium in Absprache mit der Schulaufsicht davon aus, dass sie ihre Ergebnisse auch ohne externe Unterstützung verbessern werden. Von den teilnehmenden Schulen liegen laut Beantwortung der Anfrage der Neos 111 in Niederösterreich, 109 in der Steiermark, 61 in Kärnten, 52 in Wien, 47 in Oberösterreich, 44 in Tirol, 36 im Burgenland, 24 in Vorarlberg und acht in Salzburg.

    Steiermark hat besonders viele Problemschulen

    Während der Anteil der niederösterreichischen und der Wiener Problemschulen im Förderprogramm ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Volks- und Neuen Mittelschulen (NMS bzw. ein paar letzte Hauptschulen) ungefähr entspricht, ist er in der Steiermark doch deutlich höher.

    Ein STANDARD-Vergleich der Zahlen der Statistik Austria für das Schuljahr 2017/18 zeigt: Niederösterreichs Volksschulen und NMS (893 insgesamt) bedeuten einen Anteil von 21,2 Prozent aller Standorte dieser drei Schulformen in Österreich aus, bei den geförderten Problemschulen liegt ihr Anteil mit 111 Schulen bei 22,2 Prozent. In Wien gibt es insgesamt 458 VS, HS und NMS (das sind 10,8 Prozent der österreichischen Schulen dieser Form), 52 von 500 geförderten Problemschulen machen einen Anteil von 10,4 Prozent aus.

    Die Steiermark hingegen hat laut Statistik Austria insgesamt 585 VS, HS und NMS (macht 13,8 Prozent dieser Schulformen in Österreich), die 109, die davon im Förderprogramm für Problemschulen sind, entsprechen jedoch einem Anteil von 21,8 Prozent, also deutlich höher als ihrem Anteil an der Gesamtheit dieser Schulen entsprechen würde.

    59 Schulpsychologen sollen Teams unterstützen

    Die ausgewählten Standorte sollen von Experten der Bildungsdirektionen, von Schulentwicklungsberatern und Fachdidaktikern der Pädagogischen Hochschulen sowie Schulpsychologen begleitet werden. Hier setzt die Kritik der Neos an. Insgesamt seien für die eingesetzten multiprofessionellen Teams österreichweit nur 59 Schulpsychologen vorgesehen. "Das ist für sie nicht zu schaffen", sagt Bildungssprecher Douglas Hoyos zur APA.

    Außerdem scheine in manchen Bundesländern noch kaum Arbeit passiert zu sein. "Mit vielen Schulen gab es noch nicht einmal Erstgespräche." Das gelte ausgerechnet für Niederösterreich und die Steiermark, wo besonders viele Problemschulen identifiziert wurden. Zudem fehlten Maßnahmen auf der anderen Seite, nämlich bei den überdurchschnittlich abschneidenden Schulen. "Es ist schade, dass der Fokus nur auf die Defizite gelegt wird. Ich fordere, hier auch die 500 besten Standorte zu eruieren, diese in Partnerprojekte einzubinden und Best-Practice-Beispiele zu finden." (red, APA, 17.1.2019)

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