Jagd des FC Bayern auf Dortmund kann beginnen

    17. Jänner 2019, 10:51
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    Dortmund geht mit sechs Punkten Vorsprung ins Titelrennen, aber "Favorit ist immer der FC Bayern"

    Dortmund/München/Wien – Bayern München ist einmal nicht der große Gejagte in der deutschen Bundesliga. Borussia Dortmund nimmt einen komfortablen Sechs-Punkte-Vorsprung auf den zweitplatzierten Titelverteidiger mit ins am Freitag startende Frühjahr. Langsam, aber sicher darf sich der BVB Hoffnungen auf den neunten Meistertitel der Klubgeschichte, den ersten seit 2012, machen.

    "Die Ausgangssituation ist nicht so verkehrt, aber wir wissen, dass wir vor einer großen Herausforderung stehen", sagte Offensivspieler Mario Götze. Trotz der besseren Ausgangslage sieht sich der Tabellenführer (42 Punkte) nicht in der Favoritenrolle. "Favorit ist immer der FC Bayern. Da lasse ich mir nichts anderes einreden", betonte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Die Transferzeit verlief ruhig für die Dortmunder.

    Wie bei den Münchnern (36), die die Rückkehr an die Ligaspitze anstreben, um den siebenten Titel in Folge zu fixieren. "Man hat in der Vorbereitung gemerkt, dass wir sehr, sehr hungrig sind auf die Rückrunde und dass wir am Ende der Saison ganz oben stehen wollen", verlautete David Alaba. Mit drei Niederlagen verloren die Münchner im Herbst zweimal öfter als die Dortmunder. "Wir müssen uns auf uns konzentrieren und dürfen keine großen Fehler mehr machen", weiß Tormann Manuel Neuer.

    Kampf um die Ränge dahinter

    Mehr als ein Zweikampf ist ganz vorne nicht zu erwarten. Mönchengladbach (33) und RB Leipzig (31) mit Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker und Konrad Laimer wäre bei einem Erfolgslauf zumindest theoretisch Rang eins noch zuzutrauen. Die beiden Teams haben den Vorteil, international nicht mehr vertreten zu sein. Vordergründig geht es für sie darum, die letzten beiden von vier Champions-League-Plätzen abzusichern. Die haben, genauso wie die beiden Europa-League-Plätze, die sich der Fünfte und Sechste sichern, noch viele Teams im Visier.

    Der VfL Wolfsburg (28), die vom Vorarlberger Adi Hütter gecoachte Frankfurter Eintracht (27) oder 1899 Hoffenheim (25), wo Florian Grillitsch eine tragende Rolle spielen dürfte, befinden sich in Lauerstellung. Auch Hertha BSC Berlin (24), wo sich der von den eigenen Fans zum Spieler der Hinrunde gewählte Valentino Lazaro im Herbst gut in Szene setzen konnte, und Bayer Leverkusen (24) haben alle Chancen. Bei der Werkself beginnt unter Neo-Coach Peter Bosz eine neue Zeitrechnung. Welche Rolle der Niederländer für Kapitän Julian Baumgartlinger und seinen ÖFB-Kollegen Aleksandar Dragovic vorgesehen hat, wird man sehen.

    Werder Bremen (22), wo Martin Harnik seine alte Torlaune wiederfinden will, der SC Freiburg (21) und FSV Mainz 05 (21) haben einen Top-Sechs-Platz auch noch in Sichtweite. Nach einem enttäuschenden Herbst liegt Schalke 04 (18) nur auf Rang 13. "In der Hinrunde habe ich es nie auf dem Platz krachen oder einen Streit zwischen zwei Spielern gesehen. Normalerweise passiert so etwas häufiger, gerade auf diesem Niveau. Ich glaube, dass wir im Training zu lieb zueinander sind", hatte Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf im Trainingslager in Benidorm kritisiert. Das soll sich ändern und auf dem Weg zurück zu alter Stärke helfen.

    "Die Ergebnisse haben im Herbst nicht gestimmt, das wollen wir in der zweiten Saisonhälfte besser machen", sagte der 24-Jährige. Vorerst nicht mithelfen kann dabei der weiter angeschlagene Stürmer Guido Burgstaller. "Das ist ein Scheißgefühl", gab der Kärntner zu. In der Vorbereitung hatte er aber trotzdem als Mitglied des Mannschaftsrats eine wichtige Funktion. "Ich spüre, dass jeder Einzelne fokussiert und heiß auf den Start gegen Wolfsburg ist", sagte Burgstaller.

    Abstiegsrennen

    Der Klassenerhalt ist das klare Ziel des FC Augsburg (15). Nach acht sieglosen Spielen im Herbstfinish steckt der Klub als 15. hinten drinnen. "Es gibt nur noch das Ziel Klassenerhalt. Viel mehr ist nicht mehr drin", gestand Abwehrchef Martin Hinteregger. An vorderster Front soll auch der im Herbst dreimal erfolgreiche Michael Gregoritsch für die nötigen Tore sorgen.

    Hinter dem Relegationsplatz (VfB Stuttgart/14) liegen aktuell Hannover mit Kevin Wimmer und Schlusslicht Nürnberg (je 11). Dort avancierte im Herbst Georg Margreitter zum Dauerbrenner, verpasste keine Minute. "Wir haben punktetechnisch eine schlechte Hinrunde gespielt, sind aber trotzdem nicht abgeschlagen. Vielleicht ist es ein Vorteil, dass wir jetzt ganz hinten stehen und unterschätzt werden", hofft der 30-Jährige. (APA, 17.1.2019)

    Spielplan der 18. Bundesliga-Runde

    Freitag, 20.30 Uhr:

    • Hoffenheim – Bayern

    Samstag, 15.30 Uhr:

    • Leverkusen – Mönchengladbach
    • Hannover – Bremen
    • Frankfurt – Freiburg
    • Stuttgart – Mainz
    • Augsburg – Düsseldorf

    Samstag, 18.30 Uhr:

    • Leipzig – Dortmund

    Sonntag, 15.30 Uhr:

    • Nürnberg – Hertha

    Sonntag, 18 Uhr:

    • Schalke – Wolfsburg
    • 3:2 gewannen die Dortmunder im ausverkauften Heimstadion das Hinspiel gegen die Bayern.
      foto: ap/martin meissner

      3:2 gewannen die Dortmunder im ausverkauften Heimstadion das Hinspiel gegen die Bayern.

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