Deutschland: Mordverdächtiger übertrug eigene Festnahme auf Facebook

    15. Jänner 2019, 13:35
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    Mann soll 72-Jährige getötet haben – Spezialeinsatzkommando platzte lange Video-Übertragung

    Ein Mordverdächtiger ist im Ruhrgebiet während seiner eigenen Liveübertragung bei Facebook von Polizisten überrascht und festgenommen worden. Der 49-Jährige steht im Verdacht, eine 72-Jährige getötet und danach Feuer in ihrem Haus gelegt zu haben.

    Keine Stellungnahme

    Bei seiner Festnahme am Sonntag in seiner Wohnung platzte das Spezialeinsatzkommando (SEK) der deutschen Polizei in eine langatmige Video-Übertragung, bestätigte der ermittelnde Staatsanwalt am Dienstag. Nach anfänglichem Läuten und mehrfachem Knallen zeigt das Video, wie mehrere Polizisten die Wohnung stürmen und den inzwischen vor Schreck am Boden Kauernden festsetzen. Dann wird das Bild schwarz. Zur Frage, ob die Polizei von der Übertragung wusste und sie sich zunutze machen konnte, wollte der Staatsanwalt keine Stellung nehmen. "Zu Einsatzvorbereitungen des SEKs kann ich keine Angaben machen", sagte er.

    Untersuchungshaft

    Inzwischen sitzt der 49-jährige wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er soll mit massiver Gewalt gegen die Frau vorgegangen sein und dann ein Feuer gelegt haben. Feuerwehrleute waren am Donnerstag vergangener Woche auf die mit Brandwunden übersäte Leiche gestoßen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.

    Filmt sich beim Nichtstun

    In dem mehr als 100 Minuten langen Video filmt sich der Mann zuvor in seiner Wohnung – mehr oder weniger beim Nichtstun: Er hat Kerzen aufgestellt, sitzt am Tisch, sieht fern und trinkt Kaffee, steht hin und wieder zum Rauchen am Fenster auf oder richtet die Kamera neu aus. (APA/dpa, 15.1.2019)

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