Syrische Jihadisten: Erdoğan soll Offensive starten

    14. Jänner 2019, 21:22
    66 Postings

    HTS-Anführer Abu Mohammed al-Julani fordert die Türkei auf, die Kurdenmiliz YPG anzugreifen

    Beirut – Die Jihadistenallianz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) hat sich für eine Offensive der Türkei gegen die Gebiete der syrischen Kurdenmiliz YPG ausgesprochen.

    "Wir sind für die Befreiung dieser Region von der PKK (...) und würden kein Hindernis sein für eine Operation gegen die Feinde der (syrischen) Revolution", sagte der HTS-Anführer Abu Mohammed al-Julani am Montag, wobei er die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gleichsetzte.

    Die Türkei droht seit Wochen mit einer neuen Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz. Ankara betrachtet sie als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft. Al-Julani sagte nun dem HTS-Organ "Amjad", seine Gruppe betrachte die PKK als "Feinde dieser Revolution", da sie Gebiete kontrolliere, die "von einer großen Zahl sunnitischer Araber bewohnt sind".

    Trump will Garantien

    Nach seiner Drohung an die Adresse der Türkei zum Umgang mit den Kurden in Syrien hat US-Präsident Donald Trump mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan telefoniert. In dem Gespräch am Montag betonte Trump nach Angaben des Weißen Hauses, den USA sei es wichtig, dass "die Türkei die Kurden und andere Syrische Demokratische Kräfte" (SDF) nicht "schlecht behandelt".

    In der Mitteilung von Erdogans Büro zu dem Telefonat war davon nicht die Rede. Am Sonntagabend hatte Trump der Türkei im Falle eines Angriffs auf Kurden in Syrien mit "wirtschaftlicher Zerstörung" gedroht

    Die Pläne der Türkei für eine Offensive gegen die YPG sorgen seit Tagen für Streit mit den USA, die die Gruppe im Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) unterstützen. Die USA und die Türkei betrachten HTS genauso wie die IS-Miliz als Terrororganisation. Vergangene Woche weitete HTS ihre Kontrolle über die Rebellenenklave Idlib im Nordwesten Syriens nach heftigen Kämpfen mit protürkischen Rebellen aus.

    In der Mitteilung aus Ankara hieß es, die Türkei werde die YPG, die PKK und den IS weiterhin bekämpfen, weil sie eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten. Erdogan habe Trump gesagt, dass er die Entscheidung der USA, aus Syrien abzuziehen, mit "Zufriedenheit" aufgenommen habe.

    Die Türkei sei bereit, den Nato-Partner USA dabei zu unterstützen. Die beiden hätten sich zudem über eine vom "Terror bereinigte" Sicherheitszone ausgetauscht. Trump hatte am Sonntagabend ebenfalls eine "Sicherheitszone" mit einer Breite von 20 Meilen (32 Kilometer) erwähnt – ohne auszuführen, was er damit genau meinte.

    Die Türkei hatte sich in den Monaten zuvor bemüht, den Einfluss von HTS in Idlib zu begrenzen. In Idlib gilt seit einem von der Türkei und Russland getroffenen Abkommen im September eine brüchige Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierung. Diese hatte im September mit einer Offensive auf die letzte Rebellenbastion des Landes gedroht, wobei sie zur Begründung auf die Präsenz der "Terroristen" von HTS verwiesen hatte. (APA, AFP, 14.1.2018)

    • HTS-Kämpfer in Kefraya, Juli 2018.
      foto: reuters/khalil ashawi

      HTS-Kämpfer in Kefraya, Juli 2018.

    Share if you care.