Chinas Exporte trotz Handelskriegs mit stärkstem Wachstum seit 2011

14. Jänner 2019, 12:00
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Handelsüberschuss schrumpfte allerdings auf rund 352 Milliarden Dollar. Das ist der niedrigste Wert seit 2013. Investitionen in die EU und USA gingen zurück

Peking – Exportweltmeister China hat seine Ausfuhren im vergangenen Jahr trotz des Handelsstreits mit den USA so kräftig gesteigert wie seit 2011 nicht mehr. Sie wuchsen um 9,9 Prozent im Vergleich zu 2017, wie die Zollbehörde am Montag in Peking mitteilte. Die Importe legten mit 15,8 Prozent deutlich stärker zu.

Der vor allem von US-Präsident Donald Trump kritisierte Handelsüberschuss schrumpfte dadurch auf rund 352 Milliarden Dollar. Das ist der niedrigste Wert seit 2013.

Nutzen verfehlt

Trump wirft China unfaire Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Er stört sich auch am hohen Handelsdefizit seines Landes mit der Volksrepublik: Es summierte sich chinesischen Angaben zufolge 2018 auf 323 Milliarden Dollar. Trump hat deshalb Strafzölle auf chinesische Waren eingeführt, worauf Peking mit höheren Zöllen auf amerikanische Waren reagierte.

Angesichts des Zollstreits und der Abkühlung der Weltkonjunktur will sich China 2019 ein weniger ehrgeiziges Wachstumsziel setzen. Die Führung werde voraussichtlich nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 6,0 bis 6,5 Prozent anpeilen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Politikkreisen. Für 2018 hatte die Regierung noch ein Plus von "rund 6,5 Prozent" als Ziel ausgegeben.

Weniger Investitionen im Westen

China hat einer Studie zufolge seine Investitionen in Europa und Nordamerika im vergangenen Jahr um fast drei Viertel zurückgefahren. Die Direktinvestitionen summierten sich nur noch auf 30 Milliarden Dollar, nachdem es 2017 noch 111 Milliarden Dollar gewesen seien, geht aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung der Anwaltskanzlei Baker & McKenzie mit dem Institut Rhodium Group hervor.

Allein in den USA sei es zu einem Einbruch um 83 Prozent gekommen, der auf den Handelskonflikt und politischen Spannungen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaft zurückzuführen sei. Auch in Europa gab es einen deutlichen Rückgang, doch konnten Deutschland, Frankreich und Spanien gegen den Trend mehr chinesische Investitionen anlocken.

Wegen verschärfter regulatorischer Vorschriften seien in Nordamerika mehr als 14 chinesische Investitionen in Nordamerika mit einem Gesamtvolumen von vier Milliarden Dollar abgeblasen worden. In Europa seien es sieben im Wert von 1,5 Milliarden Dollar gewesen. Auch strengere Investitionskontrollen in der Volksrepublik hätten zu dem Rückgang beigetragen. (APA, 14.1.2019)

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