ÖHB-Herren kassieren bittere WM-Pleite gegen Außenseiter Chile

    12. Jänner 2019, 16:37
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    Aufstiegschancen für Handball-Nationalteam nach 24:32 gegen Südamerikaner gesunken

    Herning – Österreichs Männer-Nationalteam hat das zweite Spiel bei der Handball-WM in Dänemark und Deutschland verloren. Ausgerechnet Außenseiter Chile erwies sich am Samstag zu stark und setzte sich in Herning klar mit 32:24 (14:15) durch. Wenngleich noch weitere drei Spiele anstehen, haben sich damit naturgemäß auch die Aufstiegschancen verschlechtert.

    Österreich ist punktegleich mit Chile (je 2), dahinter folgen Tunesien und Saudi-Arabien (je 0). Dänemark führt die Gruppe nach dem 36:22 (19:10) gegen Tunesien mit vier Zählern an. Die punktegleichen Norweger schlugen Schlusslicht Saudi-Arabien 40:21 (20:10).

    Rot-Weiß-Rot pausiert am Sonntag, ehe der "skandinavische Block" mit den Partien gegen die klaren Favoriten Norwegen (Montag) und Dänemark (Dienstag) ansteht. Am Donnerstag kommt es dann zum abschließenden Duell mit Afrikameister Tunesien, das gewonnen werden muss, um eine Chance auf das Weiterkommen zu haben.

    Beginn verschlafen

    Chile hatte die 16:39-Abfuhr durch Dänemark zum Auftakt sichtlich gut weggesteckt. Der Panamerika-Dritte beschäftigte Österreichs zu passive Abwehr mit dynamischen, variablen Aktionen und kam in seinen meisten Angriffen auch zu Toren – vor allem Aufbauspieler Emil Feuchtmann, einst bei Westwien aktiv, war in der Anfangsphase mit vier Toren zur Stelle.

    Österreich hingegen agierte im Angriff fehlerhaft und musste sich vor allem auf Einzelaktionen von Nikola Bilyk oder Flügel Robert Weber verlassen. So blieb etwa auch eine zweiminütige Überzahl ohne Erfolg.

    foto: apa/afp/jonathan nackstrand
    Die Enttäuschung steht Nikola Bilyk ins Gesicht geschrieben.

    Wechsel bringt Wende

    Nach einer Viertelstunde hatte sich Chile auf drei Tore abgesetzt (4:7) und die Partie bis zum 14:11 (25.) einigermaßen im Griff. Dann brachte aber ein Personalwechsel die Wende. Tormann-Oldie Nikola Marinovic kam für den glücklosen Kristian Pilipovic, im Aufbau erhielten Dominik Schmid und Boris Zivkovic ihre Chance. Letzterer leitete einen 4:0-Lauf und die Wende ein, die folgende Überzahl konnte man mit zwei Toren in den leeren Kasten und einem weiteren Treffer ideal nützen.

    Einbruch nach Pause

    Anstelle nach Seitenwechsel nahtlos fortzusetzen, lag Österreich trotz 16:14-Führung schnell wieder mit drei Toren 16:19 in Rückstand. Dabei ließ man nicht nur eine einminütige doppelte Unterzahl "liegen", sondern handelte sich mit einem falschen Wechsel auch eine umstrittene Zweiminutenstrafe ein.

    Chile nützte diese Phase, um sich bis zur 43. Minute sogar bis auf 23:18 abzusetzen. Die Südamerikaner hatten sich in einen Rausch gespielt, Österreich hingegen machte bei seinen Angriffsaktionen, u.a. scheiterte der sonst so sichere Robert Weber zweimal an Chiles Tormann.

    foto: henning bagger/ritzau scanpix via ap)
    Am Ende durfte Chile jubeln.

    Mit dem 19:23 durch Janko Bozovic (45.) bzw. dem 20:24 (47.) durch Weber keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch auch da blieb die Wirkung aus. Offensiv zeigte die ÖHB-Auswahl eine erschreckend schwache Vorstellung mit einer Mischung aus technischen Fehlern und schwachen Würfen, hinten kassierte man weiter zu viele Gegentreffer. Beim Stand von 20:26 (49.) war die Partie eigentlich gelaufen.

    WM für Schmid beendet

    Das ganze Turnier gelaufen ist hingegen für Österreichs Rückraumspieler Dominik Schmid. Der 29-Jährige zog sich gegen Chile eine Schulterverletzung zu, eine genauere Diagnose stand noch aus. Am Sonntag will Österreichs Verband (ÖHB) die Nachnominierung bekanntgeben. (APA, red, 12.1.2018)

    Handball WM in Deutschland und Dänemark, Gruppe C:

    Österreich – Chile 24:32 (15:14)

    Werfer Österreich: Weber 6, Bilyk 5, Zeiner 4, Bozovic, Herburger je 3, Zivkovic 2, Santos 1

    Stimmen:

    Patrekur Johannesson (Trainer Österreich): "Ich bin sehr enttäuscht. Wir sind mit einem Tor Vorsprung in die Pause gegangen, ich hatte ein gutes Gefühl. Was danach passiert ist, muss ich analysieren. Wir haben sehr schlecht gespielt. Auf jeder Position. Chile war schneller, wendiger. Der Sieg war verdient. Schwierig, aber so ist das Leben. Wir müssen weiterarbeiten. Es ist eine junge Mannschaft, wir haben auch Verletzte. Aber ich will keine Ausreden suchen."

    Nikola Bilyk (Kapitän Österreich): "Chile hat heute sehr gut gespielt. Wir haben einfach zu wenig getan. Sie wollten den Sieg einfach mehr. Wir müssen aber weitermachen, auch wenn das schwierig wird."

    Robert Weber (Flügel Österreich): "Chile hat uns vorgeführt. Das war keine Werbung für den österreichischen Handball. Peinlich. Was wollen wir hier? Wenn du Chile nicht schlagen kannst ... keine Worte."

    Mateo Garralda (Trainer Chile): "Für Chile ist das ein wirklich großer Tag. Gegen ein europäisches Team zu gewinnen, ist schwer. Das ist großartig."

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    • Nykola Bilyk kam nicht oft genug durch die chilenische Deckung.
      foto: apa/afp/jonathan nackstrand

      Nykola Bilyk kam nicht oft genug durch die chilenische Deckung.

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