Kambodschas Tropenwälder weichen Gummibaumplantagen

    14. Jänner 2019, 10:00
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    In zehn Jahren 24 Prozent gerodet. Aktuelle Studie belegt Zusammenhang zwischen Zerstörung von Wäldern und Kautschukpreis

    Seit etwa 15 Jahren steigt die weltweite Nachfrage nach Naturkautschuk, was nicht zuletzt am Wachstums der chinesischen Reifen- und Automobilindustrie liegt. In einer im Fachjournal "Nature Plants" präsentierten Studie schätzten Forscher um Kenneth Grogan von der Universität Kopenhagen und der Humboldt-Universität zu Berlin mit Hilfe hoch aufgelöster Satellitendaten die Gesamtfläche der gerodeten Waldflächen in Kambodscha, die seit der Jahrtausendwende Gummibäumen und Palmölplantagen weichen mussten.

    Die Forscher berechneten, dass über 2,2 Millionen Hektar – 24 Prozent der kambodschanischen Waldfläche – zwischen 2001 und 2015 zerstört wurden. Fast ein Viertel des gerodeten Landes wurde zur Anpflanzung von Hevea brasiliensis – einer nicht in Kambodscha heimischen Gummibaumart – verwendet.

    Entwaldung und Handelswert

    Während Kautschukpreise bis Anfang der 2000er Jahre immer um die Marke von 1 US-Dollar pro Kilogramm pendelten, betrug der Spitzenpreis 2011 mehr als 6 US-Dollar. Die Analysen der Forscher belegen den starken Zusammenhang zwischen der Entwaldungsrate und dem Handelswert von Kautschuk.

    Sie zeigen aber auch beispielhaft, wie eng Landnutzung und tropische Entwaldung mit weltweit steigendem Konsum und politischen Rahmenbedingungen zusammenhängen. Kambodschas Wälder werden wohl weiter schrumpfen, solange die Politik Kambodschas an einer Förderung agroindustrieller Kautschukplantagen festhält. (red, 14.1.2019)

    • Kautschukplantagen im Regenwald Kambodschas.
      foto: patrick hostert

      Kautschukplantagen im Regenwald Kambodschas.

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