Zwist um 5G-Ausbau zwischen Regierung und Telekombehörde RTR

    11. Jänner 2019, 13:32
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    Türkis-Blau beharrt auf einem flächendeckenden Ausbau, Kritik daran sei nicht von "maximaler Sachkompetenz" geprägt

    5G ist eines der Lieblingsthemen der Regierung. Sie möchte ganz Österreich flächendeckend mit der neuen Mobilfunktechnologie ausstatten. Das Vorhaben wird allerdings von der Telekombehörde RTR hinterfragt – ihr zufolge sind die Pläne nicht sinnvoll und auch nicht finanzierbar. Eher empfiehlt sie, 90 bis 95 Prozent des Dauersiedlungsraums aller Städte und Gemeinden mit einer Datenrate von 30 Mbit/s erreicht zu versorgen. Ein Vorschlag, der beim zuständigen Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) nicht gut ankommt.

    Er erklärte im Rahmen der Regierungsklausur, dass in den Glasfaserausbau zehn bis zwölf Milliarden Euro investiert werden sollen. Davon komme eine Milliarde als Anschubfinanzierung vom Bund. Die Meinung der RTR, dass der flächendeckende 6G-Ausbau nicht besonders sinnvoll und unfinanzierbar sei, wies er scharf zurück. "Ich bin anderer Meinung, und diese Aussage ist nicht geprägt von maximaler Sachkompetenz", sagte Hofer.

    5G in Gmünd

    Zeitgleich – und nicht zufällig – mit der Regierungsklausur wurde in der Stadtgemeinde Gmünd die erste 5G-Live-Datenverbindung im bestehenden Mobilfunknetz von A1 durchgeführt. Dafür hat der Mobilfunker drei Sender mit 5G ausgerüstet, teilte A1 am Freitag mit. Die Demonstration soll zeigen, dass mit der Technologie auch der ländliche Raum mit schnellem Internet versorgt werden kann.

    Frequenz-Versteigerung

    Erste für den Betrieb notwendige Frequenzen werden alsbald versteigert. Erste "echte" 5G-Netze sollen Ende des Jahres on air gehen. Bis 5G den Massenmarkt erreicht, wird es jedenfalls etwas dauern – die ersten 5G-Geräte dürften nämlich deutlich über dem Preis eines Mittelklasse-Smartphones liegen. Bei LTE, der vierten Mobilfunkgeneration, brauchte es ebenfalls eine gewisse Zeit, bis sich die Technologie durchsetzte.

    "3"-Chef Jan Trionow erwartet 2019 erste Starts und 2020 dann die massenhafte Vermarktung. RTR-Chef Gungl sagte, die Betreiber A1, T-Mobile und "3" seien durch den stetig steigenden Datenverbrauch dazu "verdammt", 5G schnell einzuführen. 5G-Netze bieten bis zu zehnmal höhere Datengeschwindigkeiten als 4G-Netze (LTE), theoretisch sind bis zu 10 Gigabit pro Sekunde möglich. Außerdem sind die Laufzeiten der Daten (Latenz) extrem kurz. (APA, sum, 11.1.2019)

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    A1

    • Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) pochen auf einen flächendeckenden 5G-Ausbau.
      foto: apa

      Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) pochen auf einen flächendeckenden 5G-Ausbau.

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