Instagrammable, aber sicher: Das sind die Reisetrends 2019

    12. Jänner 2019, 14:00
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    Last-Minute-Buchungen sind vorbei, Reisen werden wieder langfristiger im Voraus gebucht. Welche Destinationen 2019 im Trend liegen – und warum Instagram dabei eine Rolle spielt

    Das Vorhaben, online eine Reise zu buchen und dabei auf den Last-Minute-Joker zu setzen, kann mitunter zu einem nervenaufreibenden Unterfangen werden. Wer etwa dachte, dass Ägypten infolge der Unruhen besonders günstig wäre, wurde eines Besseren belehrt. Ein Test des deutschen "Geo"-Magazins ergab sogar: Wird eine Destination von einer Mehrzahl der Veranstalter aufgrund von Terror oder Naturkatastrophen aufgegeben, fallen die Preise nicht. Sie steigen meist, da die Airlines schnell reagieren und ihre Maschinen auf gewinnbringendere Ziele umrouten. Das Flugangebot wird knapp – und was knapp ist, kostet.

    So kann das angestrebte Last-Minute-Angebot erstens teuer werden, wenn es, zweitens, überhaupt noch verfügbar ist. So manches vermeintliche Super-Last-Minute-Schnäppchen ist bei dessen Entdeckung bereits Geschichte. Denn viele Buchungsplattformen aktualisieren ihre Angebote nur einmal täglich. Das erhöht die Gefahr, dass die besten Angebote ganz schnell weg sind. Was bleibt, ist Frust.

    1. Frühbuchen wird belohnt

    Last Minute ist mausetot, sagen auch die Experten von Ruefa und Tui und geben damit jenen Recht, die das Auf-den-letzten-Drücker-Buchen sowieso immer schon für einen Marketingschmäh hielten. Der Trend geht also verstärkt zur Frühbuchung. Das hat mehrere Gründe: Zum einen gibt es, gerade am Beginn des jungen Reisejahres, noch eine große Auswahl an verfügbaren Hotels, Flügen und Zusatzleistungen wie Mietautos, und zum anderen sind die Preise dank spezieller Rabatte günstiger als bei kurzfristiger Buchung.

    Bestraft den Spät- oder Spontanbucher also der Preis? Nicht zwangsläufig. Zumindest wenn es um die Flugbuchung geht. So hat Checkfelix erhoben, dass man bei manchen Städteflügen gut daran tut, früh zu buchen. Das gilt zum Beispiel für Paris, aber nicht für Rom, wo man auch sparen kann, wenn man sich erst einen Monat vor Abflugdatum zur Reise entschließt.

    2. Städtereisen boomen

    Wer seinen Landsleuten im Urlaub nicht begegnen möchte, sollte u. a. folgende City-Trips von seiner Bucket-List streichen: Amsterdam, London, Berlin, Barcelona, New York, Dubai, Bangkok, Tokio. Das sind nämlich die beliebtesten Ziele der Österreicher. Wobei gilt: Je weiter weg, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, einem seiner Landsleute auf die Zehen zu steigen.

    Alleine wird man trotzdem nicht bleiben. Ein Ende des City-Trip-Booms ist nämlich nicht in Sicht. Was nicht nur den Bewohnern jener Städte missfällt – Stichwort "Overtourism" –, sondern auch so manchem Reisenden. Die Suche nach "Geheimtipps" ist zum Sport geworden. Faustregel: alle Orte meiden, die schon länger direkt von Billigfliegern angesteuert werden und die auf der Hauptroute eines Kreuzfahrtschiffs liegen. Warum also nicht mal Dundee in Schottland besuchen (tolles neues Museum) oder die französische Hafenstadt an der Seine, Rouen (bemerkenswerte Schiffsparade)?

    3. Klassiker bieten Sicherheit

    Gerade die altbekannten Urlaubsdestinationen behaupten ihre Spitzenplätze. Beliebtestes Sommerreiseziel ist heuer, wie schon in den Vorjahren, Griechenland. Auch Spanien (Rang 2) und Italien (Rang 3) bleiben Favoriten der Österreicher. Comeback-Kids des Jahres sind Ägypten und die Türkei. Letztere punkte mit hoher Hotelqualität und konkurrenzlosem Preis-Leistungs-Verhältnis, wie es bei Tui Österreich heißt. Der Reiseveranstalter hat dementsprechend das Flugangebot mehr als verdreifacht. Am Beispiel Türkei sieht man: Wenn der Preis stimmt und die Sonne scheint, können die politischen Verwerfungen im betroffenen Reiseland noch so groß sein, die Touristen kommen (wieder).

    4. Die Pauschalreise hat überlebt

    Auch die einst viel geschmähte Pauschalreise (ja selbst All Inclusive) erlebt ihre Auferstehung. Das liegt an der bequemen Buchung via Reisebüro, steht aber auch – so vermutet man bei Ruefa – im Zusammenhang mit den Problemen im Flugverkehr, sowie dem Pauschalreisegesetz. Das gilt seit Juli 2018 und bietet eine bessere Absicherung bei der Buchung von Reisepaketen. Dieser Trend kommt aber auch kleineren, spezialisierten Reisebüros zugute, die Gesamtpakete für "exotische", aber weitgehend sichere Destinationen wie z. B. in Afrika anbieten. Sie versprechen zudem dank guter Vernetzung vor Ort auch maßgeschneiderte Reiseerlebnisse.

    5. Fotogen muss es sein

    Wer dann vor den Victoriafällen in Simbabwe steht und sein Selfie vor den Wassermassen auf Instagram postet, schlägt damit zwei Trends mit einer Klappe: Zum einen ist das Land laut "Lonely Planet" 2019 schwer angesagt, und zum anderen ist damit der "Instagrammability" Genüge getan. Vor allem junge Menschen suchen sich ihr Reiseziel nach genau diesem Kriterium aus: Wie exotisch ist es dort, welche Wirkung erziele ich damit in sozialen Netzwerken? Fragen, die sich auch Veranstalter stellen, um infolgedessen an einschlägigen Angeboten arbeiten.

    6. Kreuzfahrten legen massiv zu

    So verspricht eine deutsche Reederei, dass ihr neues Schiff jede Menge "instagrammable moments" mit an Bord haben werde. Damit geht es nahtlos zu Trend Numero sechs: Kreuzfahrten. Die verzeichneten – schlechter Ruf und Umweltverschmutzungsdebatte zum Trotz – in den vergangenen Jahren eine zweistellig wachsende Nachfrage. Allein 2017 wurden rund 27 Millionen Kreuzfahrten unternommen. Die wichtigsten Gründe für das Interesse an Schiffsreisen sind der Besuch vieler Destinationen in kurzer Zeit, der Reiz einer Seereise sowie das All-Inclusive-Angebot vieler Schiffe. Wobei des Österreichers beliebtestes Kreuzfahrtrevier das Mittelmeer ist.

    Tendenziell gibt es auch in diesem Bereich einen Zug hin zu alternativen und exklusiven Erlebnissen. Wie wär's also mit einer Segelkreuzfahrt in die Arktis? Mehr "instagrammable" geht ja kaum. Früh buchen sollte man halt. (Markus Böhm, 12.1.2019)

    • Simbabwe ist eine der Trend-Destinationen des Jahres. Das afrikanische Land gilt als sicher, gastfreundlich und vor allem: fotogen.
      foto: imago/robertharding

      Simbabwe ist eine der Trend-Destinationen des Jahres. Das afrikanische Land gilt als sicher, gastfreundlich und vor allem: fotogen.

    • Das neue Victoria & Albert Museum in Dundee, Schottland: Noch abseits der Touristenmassen.
      foto: apa/afp/andy buchanan

      Das neue Victoria & Albert Museum in Dundee, Schottland: Noch abseits der Touristenmassen.

    • Kreuzfahrtschiff vor Hamburger Elbphilharmonie: Für viele das Symbol für Umweltverschmutzung, liegen Kreuzfahrten voll im Trend.
      foto: apa/dpa/daniel reinhardt

      Kreuzfahrtschiff vor Hamburger Elbphilharmonie: Für viele das Symbol für Umweltverschmutzung, liegen Kreuzfahrten voll im Trend.

    • Antalya, Türkei: Das Land ist neben Ägypten das Comeback-Kid des Jahres.  Beide Destinationen sind gute Beispiele dafür,  dass, wenn der Preis stimmt und die Sonne scheint, die politischen Verwerfungen im betroffenen Reiseland noch so groß sein können, die Touristen kommen (wieder).
      foto: getty images/yuk tao wong

      Antalya, Türkei: Das Land ist neben Ägypten das Comeback-Kid des Jahres. Beide Destinationen sind gute Beispiele dafür, dass, wenn der Preis stimmt und die Sonne scheint, die politischen Verwerfungen im betroffenen Reiseland noch so groß sein können, die Touristen kommen (wieder).

    • "Instagrammable" ist ein Kriterium nach dem vor allem junge Menschen ihre Reiseziel aussuchen: Die Wirkung auf Instagram ist ausschlaggebend.
      foto: apa/afp/sonny tumbelaka

      "Instagrammable" ist ein Kriterium nach dem vor allem junge Menschen ihre Reiseziel aussuchen: Die Wirkung auf Instagram ist ausschlaggebend.

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