Der Preis des Wohlstands im "Weltjournal +": Plastik im Bier gönne ich mir

10. Jänner 2019, 16:16
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Wurden im Jahr 1950 erst zwei Millionen Tonnen Kunststoff produziert, so waren es 2015 bereits 380 Millionen Tonnen

Reinheitsgebot hin oder her. Dass sich Spuren von Plastik sogar schon im Bier finden, könnte einigen vielleicht doch sauer aufstoßen. Das haben Forscher in Amsterdam nachgewiesen, die Rückstände von Mikroplastik in der Nahrungskette analysieren.

Plastik gelangt dabei über Luft auch in Lebensmittel. Welche Auswirkungen das auf Menschen hat, ist noch nicht erforscht, denn: Unternehmen sponsern solche Forschungsprojekte nicht gerne, sagt die kanadische Toxikologin Heather Leslie: "Es ist schwierig, einen Ort zu finden, an dem es kein Plastik gibt." Kennen Sie einen? In die Welt von Plastikmüll – Der Preis des Wohlstands tauchte am Mittwochabend in ORF 2 eine Folge des Weltjournals + ein – zu sehen ist sie noch in der TVThek.

Wurden im Jahr 1950 erst zwei Millionen Tonnen Kunststoff produziert, so waren es 2015 bereits 380 Millionen Tonnen. Tendenz klar steigend. Klar sinkend ist hingegen die Bereitschaft Chinas, weiter als Müllhalde der westlichen Welt zu fungieren. Das Land schluckt mehr als die Hälfte des weltweiten Plastikmülls.

Global werden derzeit nur neun Prozent wiederverwertet, zwölf Prozent verbrannt, der Rest landet im Idealfall auf Deponien, sehr häufig aber in der Umwelt und damit den Meeren – mit verheerenden Folgen: Wale verenden, weil ihr Magen mit Plastik vollgefüllt ist, und einer Meeresschildkröte muss ein Plastikhalm aus der Nase gezogen werden. Wer diese blutige Szene sieht, greift vielleicht künftig nur mehr zu Strohhalmen. Plastikhalme zu verbieten wird das globale Problem nicht lösen, ein kleiner Schritt ist es allemal: Alleine in den USA werden täglich 500 Millionen von ihnen verbraucht. (Oliver Mark, 10.1.2019)

  • Plastik ist vielfältig einsetzbar und preisgünstig – und verantwortlich für ein globales Umweltproblem.
    foto: screenshot / orf tvthek

    Plastik ist vielfältig einsetzbar und preisgünstig – und verantwortlich für ein globales Umweltproblem.

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