Erneut mysteriöse "schnelle Radioblitze" aus dem All registriert

    11. Jänner 2019, 06:00
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    Beim Testlauf des neuen kanadischen Radioteleskops Chime konnten 13 Fast Radio Bursts gemessen werden, darunter auch ein wiederkehrender

    illustration: chime
    Das Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment (Chime) ist ein Radioteleskop in Okanagan Falls, British Columbia.

    Wissenschafter in Kanada haben mysteriöse Radioblitze von weit außerhalb unserer Galaxie empfangen. Während eines Testlaufs mit dem riesigen und extrem leistungsfähigen Radio-Teleskop Chime in der kanadischen Provinz British Columbia seien im Sommer 13 sogenannte Fast Radio Bursts gemessen worden, berichten die Astronomen im Fachblatt "Nature".

    Wie und wo die Signale entstanden, sei unklar. Fast Radio Bursts dauern nur wenige Millisekunden, können aber so viel Energie freisetzen wie die Sonne im Laufe von 80 Jahren, schätzen Astrophysiker. Erstmals entdeckt wurde das Phänomen 2007.

    Turbulente Regionen

    Nachdem das Chime-Teleskop nun voll einsatzfähig ist, könnten bis Jahresende womöglich Tausende solcher Radioblitze gemessen werden, hofft Deborah Good von der University of British Columbia. Sie gehört zu den 50 Wissenschaftern von fünf Forschungseinrichtungen, die an dem Forschungsprojekt beteiligt sind.

    "FRBs werden wahrscheinlich in dichten, turbulenten Regionen von Galaxien erzeugt", sagte der an den Studien beteiligte Astronom Shriharsh Tendulkar von der McGill University. Mögliche Entstehungsorte sind Gaswolken, in denen Sterne entstehen, oder stellare Explosionen wie Supernovae.

    Signalwiederholung

    In einem der nun registrierten Fälle wiederholte sich das Signal. Sich wiederholende schnelle Radioblitze sind ein für die Wissenschaft besonders interessanter Sonderfall. Vor der Messung durch die kanadischen Forscher wurde dieses Phänomen erst einmal im Jahr 2012 beobachtet. Es sei auszuschließen, dass die sich wiederholenden schnellen Radioblitze durch Katastrophen entstünden, bei denen ihre Quelle zerstört wird, betonte Tendulkar. "Ein FRB durch das Verschmelzen von zwei Neutronensternen oder eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch beispielsweise kann sich nicht wiederholen."

    Rätsel geben den Astronomen auch von ihnen registrierte Radioblitze mit besonders großer Wellenlänge. Dass es sich dabei um Botschaften von Leben in fernen Galaxien handelt, hielt Tendulkar allerdings für "extrem unwahrscheinlich". "Als Wissenschafter kann ich das nicht zu 100 Prozent ausschließen", sagte er. "Aber intelligentes Leben hat kein Astronom als Quelle dieser FRBs im Kopf." (red, APA, 10.1.2018)

    • mcgill university

      Video der McGill University zur aktuellen Entdeckung.

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