Während der Menstruation verbannt – Frau und Söhne in Nepal gestorben

    10. Jänner 2019, 11:03
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    Brand in "Menstruationshütte" – Hinduistischer "Brauch" steht unter Strafe

    Kathmandu – Eine Frau und ihre zwei Kinder sind in Nepal beim Brand einer sogenannten Menstruationshütte ums Leben gekommen. Die 35-Jährige aus einem Dorf im Westen des Himalaya-Staates hatte während ihrer Periode in der Hütte schlafen müssen. Dort hatte sie ein Feuer gemacht, um sich und ihre zwei Söhne im Alter von neun und zwölf Jahren zu wärmen, berichtete die Polizei am Donnerstag.

    Der Familie verwiesen

    Vermutlich seien die drei an Rauchgasvergiftung gestorben. Nach der "Chhaupadi" genannten hinduistischen "Brauch" werden Frauen während ihrer Monatsblutung des Hauses ihrer Familie verwiesen. Sie müssen mindestens vier Tage lang in Kuhställen oder an anderen entfernt vom Haus liegenden Orten leben. Da sie als unrein betrachtet werden, dürfen die Frauen in der Zeit keine Menschen und Rinder sowie kein Obst und Gemüse berühren.

    Tief verwurzelte Tradition

    "Chhaupadi" steht seit Kurzem in Nepal unter Strafe, hält sich aber als tief verwurzelte Tradition hartnäckig unter Hindus im Westen des Landes. Nach Angaben von Frauenrechtlern sind in den vergangenen zehn Jahren mindestens zwölf Frauen in Nepal gestorben, während sie aus ihren Häusern verbannt waren – etwa an Schlangenbissen, Unterkühlung oder starken Blutungen. Auch im mehrheitlich hinduistischen Nachbarland Indien werden Frauen im gebärfähigen Alter diskriminiert, etwa indem ihnen der Zutritt zu Tempeln verwehrt wird. (APA, 10.1.2019)

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