"Krone" soll ihrem Ex-Verlagschef 250.000 Euro zahlen

    10. Jänner 2019, 08:00
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    Das Teilurteil des Arbeitsgerichts spricht Wolfgang Altermann die Hälfte seiner eingeklagten Forderung zu. Es ist nicht rechtskräftig

    Wien – Der Gerichtsstreit zwischen dem langjährigen früheren Geschäftsführer des Krone-Verlags und seinem Exarbeitgeber geht in eine weitere Runde. Wolfgang Altermann, der 47 Jahre lang auf Dichand-Seite für den Verlag gearbeitet hatte, hatte nach seinem Ausscheiden 500.000 Euro eingeklagt und das so begründet: In seinem Vertrag sei für den Fall seines Abgangs eine einjährige Auszeit ausgemacht gewesen, für die ihm ein Jahresgehalt zustehe.

    Von seinem Recht, bei einer allfälligen Selbstkündigung des heute 76-Jährigen auf die Sperrzeit zu verzichten, habe der Verlag nicht Gebrauch gemacht; gezahlt hat er aber auch nicht.

    Nun hat die zuständige Richterin am Arbeits- und Sozialgericht Wien ein Teilurteil gefällt und Altermann die Hälfte seiner Forderung zugesprochen. Laut Urteil hätte der Verlag den Verzicht auf die Konkurrenzklausel erklären müssen, Altermann habe niemanden über seine Absichten getäuscht. Die restlichen 250.000 Euro stehen ihm laut Richterspruch nicht zu, da sei quasi der (verspätete) Verzicht des Verlags wirksam gewesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Berufung ist noch möglich.

    Gegenschlag des Verlags

    Die Rechtsanwältin des geklagten Krone-Verlags war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Verlag hat vor Gericht argumentiert, dass Altermann gleich in Pension gegangen und die Konkurrenzklausel deswegen nicht schlagend geworden sei.

    Und: Der Krone-Verlag hat eine Gegenforderung von 298.000 Euro eingebracht. Die Begründung: Altermann habe zu viel Urlaubsentschädigung kassiert. Was Altermann strikt zurückwies. Seine Arbeitszeit – Montag bis Donnerstag – habe er noch mit Krone-Herausgeber Hans Dichand (Mitte 2010 verstorben) vereinbart, jeder im Haus habe davon gewusst.

    In dem Prozess spiegelt sich der Streit zwischen den damaligen Krone -Eigentümern, der Familie Dichand und der deutschen Funke-Gruppe, wider. Im Verfahren sagte, wie berichtet, auch der von der Funke-Gruppe entsandte zweite frühere Verlagschef, Bernhard Schneider, aus. Er ist seit Juli 2017 in Pension. Als Zeuge brachte er die Stimmung der beiden Krone-Eigner so auf den Punkt: Dichand- und Funke-Seite "haben nur noch gestritten".

    Das zumindest könnte sich ja nun ändern. Die Funke-Gruppe hat Ende des Vorjahres 49 Prozent der WAZ Ausland Holding, über die sie an Krone und Kurier beteiligt ist, an René Benkos Signa Holding verkauft. (Renate Graber, 10.1.2019)

    • In dem Prozess spiegelt sich der Streit zwischen den damaligen Krone-Eigentümern, der Familie Dichand und der deutschen Funke-Gruppe, wider.
      foto: fid

      In dem Prozess spiegelt sich der Streit zwischen den damaligen Krone-Eigentümern, der Familie Dichand und der deutschen Funke-Gruppe, wider.

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