Australien erwägt Aufnahme geflohener Saudi-Araberin

    9. Jänner 2019, 16:46
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    Das UNHCR stuft die 18-Jährige als Flüchtling ein – Verfahren in Australien "auf üblichem Weg"

    Canberra/Riad – Australien hat eingewilligt, die Aufnahme der 18-jährigen Rahaf Mohammed al-Kunun zu prüfen. Das gab das australische Innenministerium am Mittwoch bekannt. Der Schritt folgt auf eine Entscheidung des Uno-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR, das der jungen Frau den Flüchtlingsstatus zuerkannt hat. Dies hatte zuvor nämlich der australische Gesundheitsminister Greg Hunt zur Bedingung gemacht, um den Fall der geflohenen Araberin überhaupt zu prüfen. Doch selbst wenn das Kommissariat die Bedingung erfülle: Australien würde ein Visum aus humanitären Gründen "sehr, sehr ernsthaft" prüfen – und zwar auf üblichem Wege, wie in allen anderen Asylfällen auch, so Hunt.

    Bis zu einem etwaig positiven Bescheid der australischen Behörden sitzt Kunun weiter in Thailand fest. Seit Montag ist sie dabei in der Obhut der UNHCR.

    Flucht während Familienurlaub

    Am Wochenende war sie am Flughafen in Bangkok gelandet und dort von den lokalen Behörden gestoppt worden. Auf eine zunächst angedrohte Abschiebung nach Saudi-Arabien verzichteten die Behörden, nachdem Kunun auf ihr Schicksal per Twitter aufmerksam gemacht und weltweit für Aufregung gesorgt hatte.

    Per Twitter veröffentlichte sie auch den Grund für ihre Flucht: Sie werde von ihrer eigenen Familie mit dem Tod bedroht. Außerdem werde sie von ihren männlichen Angehörigen geschlagen, weil sie sich die Haare kurz geschnitten hatte. Während eines Familienurlaubs in Kuwait sei ihr die Flucht gelungen.

    Ein ähnlicher Fall hatte im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht. Damals wollte Prinzessin Latifa, Tochter des Emirs von Dubai, in die USA fliehen. Doch der Fluchtversuch scheiterte, monatelang gab es kein Lebenszeichen der jungen Frau. Erst vor zwei Wochen veröffentlichte das Emirat Fotos, auf denen sie in ihrem Palast in Dubai mit der Uno-Hochkommissarin Mary Robinson zu sehen ist. (saw, 9.1.2019)

    • Per Twitter machte Kunun auf ihre Situation aufmerksam.
      foto: twitter

      Per Twitter machte Kunun auf ihre Situation aufmerksam.

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