Das erste faltbare Smartphone ist eine charmante Katastrophe

    9. Jänner 2019, 08:47
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    FlexPai patzt vor allem bei der Software, aber auch Schwächen beim Display – Verarbeitung hingegen zufriedenstellend

    Die Zukunft des Smartphones ist faltbar. So sehen es zumindest einige Hardwarehersteller, also ist der Wettlauf um die neue Kategorie bereits voll entbrannt. Erst vor wenigen Wochen hat etwa Samsung einen entsprechenden Prototypen vorgestellt. Als erster mit einem solchen Design auf dem Markt ist aber ein anderer Hersteller.

    Kombination

    Die Firma Royole hat im Rahmen der CES sein "FlexPai" genanntes Mischgerät aus Tablet und Smartphone vorgestellt. Was dabei herausgekommen ist, stößt nun aber nicht gerade auf ungeteilte Begeisterung. Es sei geradezu erheiternd, wie dysfunktional die Software sei, fasst "The Verge"-Autor Vlad Savov seinen ersten Eindruck zusammen.

    the verge

    Jedes Mal wenn man die Position des Geräts verändere oder es zusammenklappe, komme die Software komplett durcheinander. Das reiche von Apps, die plötzlich übereinander positioniert werden bis zu sich überlappenden Widgets und einem überraschenden Wechsel auf die Smartphone-Ansicht während man das Gerät im Tablet-Modus halte.

    Erklärung

    Verantwortlich dafür ist ein Betriebssystem, dass Flexpai "Water OS" nennt. In Wirklichkeit verbirgt sich dahinter ein aktuelles Android 9.0, das aber offenbar sehr notdürftig für diese Geräteklasse vorbereitet wurde. Google hat zwar mittlerweile bereits die Unterstützung von faltbaren Displays angekündigt, derzeit sind diese Funktionen aber noch nicht öffentlich verfügbar, insofern kann sie Flexpai auch nicht nutzen. Hier rächt sich, dass das speziell auf faltbare Displays fokussierte Unternehmen offenbar um jeden Preis vor Branchenprimus Samsung auf dem Markt sein wollte.

    Doch Savov findet auch bei der Hardware jede Menge Kritikpunkte. So sei die Auflösung des 7,8-Zoll großen Displays mit 1.920 x 1.440 Pixel einfach nicht mehr zeitgemäß, was sich vor allem in der Smartphone-Ansicht zeige, wo davon nicht einmal mehr die Hälfte übrig bleibe. Auch sonst zeigen sich Verfärbungen und eine unausgeglichene Helligkeit, wie man sie im Smartphone-Bereich sonst nur von AMOLEDs der ersten Generationen kennt.

    Bricht nicht gleich

    Zumindest einen Punkt vermerkt The Verge positiv: Das Flexpai sei durchaus robust. Beim ersten Zusammenklappen habe man unweigerlich das Gefühl, dass das Display brechen werden, stattdessen rastet es aber in einer stabilen Position ein.

    Während das Royole Flexpai in China bereits im Handel erhältlich ist, müssen sich europäische Nutzer noch etwas gedulden. Zudem gilt es dann tief in die eigene Tasche zu greifen, das faltbare Smartphone soll mindestens 1.388 Euro kosten. (red, 9.1.2019)

    • In China wurde das Flexpai schon vor einigen Monaten vorgestellt.
      foto: ng han guan / ap

      In China wurde das Flexpai schon vor einigen Monaten vorgestellt.

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