Facebook-Nutzer fallen reihenweise auf Datenschutz-Hoax herein

    8. Jänner 2019, 10:52
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    Nutzer müssten umgehend neuer Datenschutzerklärung widersprechen, damit ihre Fotos nicht öffentlich werden

    Am besten funktionieren dann doch immer die ganz alten Schmähs: Derzeit sorgt ein Kettenbrief für Aufregung unter Facebook-Nutzern. Mit dramatischen Worten wird in diesem vor einer bevorstehenden Änderung der Datenschutzerklärung gewarnt, in deren Folge Facebook die eigenen Fotos verwenden und auch die Profilinformationen nach Belieben anpassen darf. "Alles, was Sie jemals gepostet haben, wird ab morgen öffentlich. Auch gelöschte Nachrichten oder Fotos sind nicht zulässig", heißt es. Das einzige was dagegen helfe, sei eine Widerspruchserklärung, die man umgehend auf dem eigenen Facebook-Kanal posten solle. Dadurch entziehe man Facebook das Recht für die zugehörige Änderung.

    Hoax

    Das Problem dabei: All dies ist kompletter Nonsens. Ein entsprechende Änderung der Datenschutzerklärung gibt es nicht, das Öffentlichmachen privater Fotos ist entsprechend auch nicht geplant. Vor allem aber ist diese Art des Widerspruchs gar nicht möglich. Wer einen bestimmten Service verwendet, stimmt damit den Nutzungsbedingungen unweigerlich zu. Eine Widerspruchsmöglichkeit gegen einzelne Absätze gibt es nicht. Wer ein Problem mit den Bestimmungen hat, dem bleibt eigentlich nur der Verzicht auf die Nutzung des betreffenden Dienstes – also das Löschen des Accounts.

    Lange Geschichte

    Wirklich neu ist all das übrigens nichts: Schon seit den Frühjahren des Internets waren immer wieder ähnliche "Hoaxes" mit falschem Inhalt kursiert. Auch die Behauptung über ein Posting den Nutzungsbedingungen widersprechen zu können, hält sich hartnäckig. In Wirklichkeit stehen dahinter Personen, die sich einfach einen Spaß mit technisch und rechtlich weniger versierten Internet-Usern erlauben wollen.

    sixty second scams

    Vorgeschichte

    Die erste Version des betreffenden Kettenbriefes geht übrigens schon auf das Jahr 2012 zurück, wie "That's Nonsense" aufklärt. Gemein ist allen Varianten, dass sie auf ein angebliches Gesetz mit der Nummer UCC 1-308- 1 1 308-103 sowie das "Römische Statut" verweisen, das in Wirklichkeit für Kriegsverbrechen geschaffen wurde. Auch von einem – natürlich ebenfalls frei erfunden – Bericht von "Channel 13 News" ist in allen Varianten die Rede. (red, 8.1.2019)

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