Neue Ungereimtheiten um die "Waldhäusl nunmehr GmbH & Co KG"

    5. Jänner 2019, 11:43
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    Veröffentlichter Mailverkehr deutet auf Mitwirkung von FPÖ-Politiker am operativen Geschäft der Gesellschaft an

    Waidhofen a.d. Thaya – Niederösterreichs Landesrat Gottfried Waldhäusl steht erneut wegen der "Waldhäusl nunmehr GmbH & Co KG" in der Kritik. Der STANDARD hatte über die Gesellschaft bereits wiederholt berichtet. Ein Mailverkehr, den das Nachrichtenmagazin "Profil" am Samstag veröffentlichte, deutet eine Mitwirkung des FPÖ-Politikers am operativen Geschäft der Gesellschaft an, die 2017 ein Gasthaus in Waidhofen an der Thaya erworben hat. Waldhäusl sieht "rechtlich alles in bester Ordnung".

    In dem elektronischen Schriftverkehr machte die Verkäuferseite im Februar 2018 ihrem Ärger darüber Luft, dass Gemeindeabgaben für das Gasthaus für das erste Quartal 2018 noch der Verkäuferin vorgeschrieben wurden. "Lieber Gottfried, leider gibt es schon wieder ein Problem", heißt es darin laut "profil". Der Landesrat soll so geantwortet haben: "Hab heute alles mit Gemeinde geklärt. Abgaben 1 Quartal geht auf bereits auf mich."

    Mail selbst beantwortet

    Als Geschäftsführer der "Waldhäusl nunmehr GmbH & Co KG" fungiert seit 2008 ein Steuerberater. Ein an ihn adressiertes Mail der Verkäuferin soll allerdings nicht der Steuerberater, sondern Waldhäusl beantwortet haben. Außerdem soll der FPÖ-Landesrat die Betriebskostenabrechnung Dezember 2017 Ende Jänner des Folgejahres von einem Konto, das auf seinen Namen läuft, überwiesen haben. "Gottfried Waldhäusl" stehe im Buchungstext, die Rechnung sei aber auf die "Waldhäusl nunmehr GmbH & Co KG" ausgestellt worden.

    "Die Vorwürfe gegen mich in Bezug auf den Erwerb der Liegenschaft am Hauptplatz in Waidhofen an der Thaya sind an den Haaren herbeigezogen, es ist rechtlich alles in bester Ordnung", hielt Waldhäusl am Samstag in einer schriftlichen Stellungnahme fest. Bereits vor zehn Jahren habe man seitens der ÖVP Niederösterreich versucht, ihn "hinsichtlich angeblich dubioser Firmengeflechte anzupatzen", heißt es in der Aussendung weiter. "Anschüttungen, die sich innerhalb kürzester Zeit in Luft aufgelöst haben. Nun versucht man es halt wieder." Von den "mir vorgeworfenen `fragwürdigen Geschäften`" werde genau gar nichts übrig bleiben.

    Neos fordern Offenlegung

    Eine Reaktion auf den veröffentlichten Mailverkehr kam von den niederösterreichischen Neos. Landessprecherin Indra Collini forderte den Landesrat zu einer vollständige Offenlegung auf. "Waldhäusl hat mehrfach betont, er sei nach 2008 nie operativ tätig geworden. Jetzt stellt sich heraus, dass er für eine Firma, die ihm angeblich nicht gehört, einen Immobilienkauf abgewickelt hat. Dazu kommen Rechnungen, die über ein auf ihn lautendes Konto bezahlt worden sind. Operativer geht es eigentlich nicht mehr", so Collini in einer Aussendung.

    Bemängelt wurde von der Fraktionsobfrau der Pinken auch die "vor Weihnachten überraschend vorgenommene Übertragung von Firmenanteilen" an Waldhäusls Kinder. Dazu erklärte der Landesrat in seiner Stellungnahme: "Die Übergabe der jetzigen 'Waldhäusl KG' an meine mittlerweile erwachsenen Kinder war ohnehin in absehbarer Zeit geplant und erfolgte aufgrund des künstlich hochgezogenen Wirbels schlicht und einfach zu einem früheren Zeitpunkt." (APA, 5.1.2019)

    • Gottfried Waldhäusl ist noch immer überzeugt: Es hat alles seine Richtigkeit.
      foto: newald

      Gottfried Waldhäusl ist noch immer überzeugt: Es hat alles seine Richtigkeit.

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