Hurra! Es gibt endlich einen Fachausdruck für die Analyse von Kot

4. Jänner 2019, 16:35
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US-Forscher lancieren den neuen Begriff "in fimo"

Chapel Hill – Im Kontext mag der folgende Satz ein wenig anrüchig wirken, aber: Eine Lücke wurde geschlossen. US-Forscher haben einen Ausdruck für biologische und medizinische Analysen von Kot geprägt. Analog zu Untersuchungen "in vivo" (im lebenden Organismus) und "in vitro" (außerhalb des Körpers, etwa in einer Petrischale) soll diese Art von Studien künftig "in fimo" heißen, wenn es nach den Forschern geht, die ihren Vorschlag im Fachmagazin "Gastroenterology" präsentierten.

Zunächst zum Hintergrund: Kot-Analysen spielen im biomedizinischen Bereich eine entscheidende Rolle, sagt Aadra Bhatt von der University of North Carolina. Die Mikrobenflora unseres Verdauungssystems sei nicht nur für Bereiche wie Gewichtszunahme und -verlust wichtig, sondern auch für Essstörungen, Krebs und andere Krankheiten – und spiele möglicherweise sogar bei Autismus eine Rolle. Und obwohl deshalb Kotanalysen eine gängige Praxis sind, würden in wissenschaftlichen Papers Ausdrücke verwendet, die es an der üblichen Exaktheit mangeln ließen, so Bhatt.

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Also machte sich die Medizinerin auf die Suche nach einem passenden Terminus und schaltete dafür einen Philologen als Helfer ein, Luca Grillo von der University of Notre Dame in Indiana. Der lieferte ihr vier lateinische Wörter, die bei den Römern einst in Umlauf waren: laetamen, merda (das in leichter Abwandlung heute noch in den romanischen Sprachen verwendet wird), stercus und fimus.

Jeder dieser Begriffe bedeutete Kot, aber mit unterschiedlichen Bedeutungsnuancen. Außerdem unterschieden sich die Anwender, was letztlich den Ausschlag gegeben haben soll: Von "fimus" schrieben nämlich die großen Autoren wie Vergil, Tacitus oder Titus Livius. Bhatt und Grillo entschieden sich somit nach eigener Aussage für den "literarischen Klang" von "fimus".

Vielleicht hat aber auch die klangliche Ähnlichkeit von "in fimo" mit den etablierten Begriffen "in vitro" und "in vivo" mitgeholfen. Auf wissenschaftlichen Kongressen seien sie mit ihrer Begriffswahl bisher jedenfalls auf Begeisterung gestoßen, berichtet Bhatt. (jdo, 4. 1. 2019)

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