Klopp nach erster Ligapleite für Liverpool: "Alles in Ordnung"

    4. Jänner 2019, 14:02
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    Emotionales 1:2 für Liverpool bei ManCity – Titelverteidiger wieder im Rennen

    Manchester – Manchester City hat den Rückstand auf Liverpool im Meisterrennen der Fußball-Premier-League auf vier Punkte verkürzt. Der Titelverteidiger fügte dem Leader im Spitzenkampf am Donnerstagabend mit einem 2:1 die erste Liganiederlage der Saison zu. Jürgen Klopp bemühte sich, die Enttäuschung runterzuspielen.

    "Wenn mir jemand gesagt hätte, dass wir nach dem Spiel gegen ManCity vier Punkte Vorsprung haben, dann hätte ich Geld dafür bezahlt", scherzte Liverpools Coach nach dem 1:2 des Tabellenführers in Manchester. Citys Trainer Pep Guardiola war sehr erleichtert. "Hätten wir das verloren, wäre es fast gelaufen gewesen", sagte der Spanier.

    Für britische Medien gab der Rückschlag für die Klopp-Elf keinen Grund zur Beunruhigung. Die Zeitung "Guardian" erinnerte daran, dass City vor einem Monat noch fünf Punkte Vorsprung hatte und machte Liverpool Mut: "Es gab nur einen anderen Klub in der Geschichte, der ungeschlagen ins neue Jahr gekommen ist und nicht Meister wurde." Das Missgeschick ist eine Weile her, es passierte Sheffield United in der Saison 1899/1900.

    In der knappen Partie sorgte Leroy Sane (72.) für die Entscheidung. Zuvor hatte Sergio Aguero (40.) City erstmals in Führung geschossen. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für Liverpool erzielte Roberto Firmino (64.). Zwar strahlte das Angriffstrio, zu dem neben Firmino auch Mohamed Salah und Sadio Mane gehören, nicht die gewohnte Gefahr aus, aber die Reds hatten in der knappen Partie auch einfach "kein Glück beim Abschluss", wie Klopp betonte.

    Aufregung auf den Trainerbänken

    Wohl auch deshalb stapelte sein siegreicher Trainerkollege Guardiola, der an der Seitenlinie höchst aufgeregt gewirkt hatte, tief – und lobte den Gegner. "Liverpool ist immer noch spitze", sagte der Iberer, der die hektische Schlussphase wie sein Gegenüber höchst emotional am Spielfeldrand miterlebte. Aufregung gab es schon nach einer halben Stunde, als Citys Vincent Kompany ein hartes Tackling gegen Salah durchzog und mit der gelben Karte gut bedient war. Klopp sah eine klare rote Karte, Kompany sprach nach dem Spiel von einer "großartigen Aktion". Er habe nicht versucht, den Ägypter zu verletzen.

    Mit 17 Siegen und drei Unentschieden in den ersten 20 Spielen dieser Saison hatte Klopps Mannschaft ihre Anhänger in Anfield träumen lassen. Die Sehnsucht nach dem ersten Meistertitel seit 29 Jahren ist groß an der Merseyside. Und mit einem Sieg in Manchester hätte Liverpool wohl für die Vorentscheidung gesorgt. Diese Chance wurde verpasst.

    foto: apa/afp/paul ellis
    Wildes gestikulieren der beiden Trainer bei der enorm wichtigen Partie.

    Kopf hoch

    "Wenn wir danach kein Spiel mehr gewonnen hätten, hätte es auch nichts gebracht", sagte Klopp trotzig. Der deutsche Coach, der mit Borussia Dortmund zweimal die deutsche Meisterschaft gefeiert hatte, wehrte sich gegen die hohen Erwartungen. "Wenn wir den Titel fünfmal in den letzten zehn Jahren gewonnen hätten, könnten wir sagen: Den holen wir hundertprozentig. Aber die Erfahrung haben wir nicht, warum sollen wir so tun, als hätten wir ständig gewonnen?" Schließlich schien er sich selbst Mut zuzusprechen. "Wir sind immer noch in einer ziemlich guten Position", erklärte der 51-Jährige, "also ist alles in Ordnung für uns."

    17 Partien sind noch zu spielen. Nach dem FA-Cup-Wochenende, an dem ManCity den Zweitligisten Rotherham empfängt und Liverpool bei Ligakonkurrent Wolverhampton antritt, geht es in der Premier League erst am 12. Jänner weiter. Dann könnte die Klopp-Elf mit einem Sieg in Brighton am Samstag den alten Vorsprung von sieben Punkten wieder herstellen – zumindest vorübergehend, denn Verfolger City spielt erst am Montag gegen Wolverhampton. (APA, 4.1.2019)

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