Schneechaos befürchtet: Steirische Behörden fordern Bundesheer an

    Video4. Jänner 2019, 12:58
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    Erkundungsflüge und Lawinenabsprengungen je nach Wettersituation geplant, Straßensperren und Lawinengefahr in fast allen Bundesländern

    Wien – Die großen Mengen an Neuschnee brachten am Freitag auch Verkehrschaos und erhöhte Lawinengefahr mit sich. Um einen Lawinenabgang auf die Tauernautobahn A10 vorzubeugen, wird die Asfinag am Freitagnachmittag bei Flachau im Pongau eine kontrollierte Sprengung durchführen. Die Autobahn wird deshalb heute ab 13.30 Uhr für rund eine Stunde gesperrt werden, teilte die Gesellschaft am Vormittag mit. Die Sprengung erfolge aus Gründen der Verkehrssicherheit. Am Samstag steht Urlauber-Schichtwechsel an.

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    Am Wochenende sind aufgrund der Wetterverhältnisse auch Einschränkungen im Zugverkehr nicht auszuschließen. Die ÖBB bereiten sich bereits darauf vor, Behinderungen möglichst zu vermeiden.

    Steiermark forderte Heer an

    In der Steiermark haben die Behörden angesichts der Schnee- und Lawinensituation Unterstützung des Bundesheeres angefordert, wie das Militärkommando Steiermark am Freitag auf APA-Anfrage mitteilte. Wenn das Wetter es zulasse, werde man im Raum Ennstal mit den Hubschraubern aus Aigen im Ennstal Erkundungsflüge und Lawinenabsprengungen aus der Luft durchführen, wie es aus dem Einsatzstab hieß.

    "Der Lawineneinsatzzug des Jägerbataillons 18 in St. Michael wurde in Bereitschaft versetzt. Zusätzlich wurden von der Behörde Flüge der Alouette III aus Aigen im Ennstal angefordert", wie Wolfgang Grebien vom Militärkommando Steiermark mitteilte. Der Lawineneinsatzzug besteht aus Kaderpersonal, das zivile Behörden im Falle von Unglücken unterstützt und bei Anforderung sofort abrücken kann.

    Die Hubschrauber sollen in den Bereichen Oppenberg und Planneralm Erkundungsflüge durchführen. Im Bereich der durch Lawinen bedrohten Planneralmstraße (L738), die zum gleichnamigen Skigebiet oberhalb des Donnersbachtals führt, soll am Freitag eine Lawinensprengung vom Hubschrauber aus durchgeführt werden, wenn es das Wetter zulasse. Im Bereich Sölktal, wo die Ortschaften Mößna, Fleiss und St. Nikolai nicht erreichbar sind, ließen schlechte Sichtbedingungen die von der örtlichen Lawinenkommission angeforderten Erkundungsflüge vorerst nicht zu.

    30 Zentimeter Neuschnee in Niederösterreich

    Im niederösterreichischen Mostviertel gab es am Freitag bis zu 30 Zentimeter Neuschnee (Waidhofen an der Ybbs), im Waldviertel bis zu 20 Zentimeter (Persenbeug). Insgesamt wurde auf 19 Straßenabschnitten in Niederösterreich die Kettenpflicht ausgerufen.

    Bis zu ein Meter Neuschnee in Tirol

    Tirol hat indes vor dem bevorstehenden "winterlichen Wochenende" gewarnt. Prognosen gehen von 50 bis 100 Zentimetern Neuschneezuwachs in den Tälern des Unterlands und am Osttiroler Tauernkamm aus, hieß es in einer Aussendung. Vor allem in klassischen Staulagen können sogar noch größere Neuschneemengen möglich sein. Im Westen Tirols hingegen fallen die Niederschläge geringer aus.

    Neben dem Landeshubschrauber wurde auch ein Hubschrauber des Österreichischen Bundesheeres am Stützpunkt Schwaz sowie ein Lawineneinsatzzug in der Standschützenkaserne in Bereitschaft gesetzt. Damit sollen bei etwaigen Einsätzen die zivilen Einsatzkräfte am Boden und aus der Luft unterstützen.

    Schnee in Süditalien

    Auch Süditalien ist am Freitag von einer ungewöhnlichen Kältewelle erfasst worden. In den Regionen Basilikata, Molise Apulien und Kampanien fiel Schnee. Touristen fotografierten den angezuckerten Vesuv. Einige Flocken fielen zur Freude der Touristen auch in Pompeji. Schnee gab es auch in Matera, Europas Kulturhauptstadt 2019. (APA, red, 4.1.2019)

    • Schneekettenpflicht für Autos galt auf 19 niederösterreichischen Straßen.
      foto: apa/expa/stefanie oberhauser

      Schneekettenpflicht für Autos galt auf 19 niederösterreichischen Straßen.

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    • Aufgrund der hohen Lawinengefahr war am Freitag der  Sölkpass im Raum Sankt Nikolai im Sölktal gesperrt.
      foto: apa/expa/martin huber

      Aufgrund der hohen Lawinengefahr war am Freitag der Sölkpass im Raum Sankt Nikolai im Sölktal gesperrt.

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