Trolle scheitern mit Twitter-Kampagne gegen US-Demokratin Ocasio-Cortez

    Video4. Jänner 2019, 18:52
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    Der Versuch, Alexandria Ocasio-Cortez mit einem Tanzvideo aus ihrer Vergangenheit zu diskreditieren, verschaffte ihr mehr Unterstützung als Kritik

    Washington – Alexandria Ocasio-Cortez hat als jüngste Frau den Einzug in das US-Repräsentantenhaus geschafft. Doch nicht dieser Umstand, sondern eine Kampagne zur Diskreditierung der 29-jährigen Demokratin macht derzeit Schlagzeilen.

    Über den Twitter-Account AnonymousQ wurde ein Video aus der Studienzeit von Ocasio-Cortez verbreitet, in dem sie mit anderen zum Song "Lisztomania" von Phoenix im Stil des Films "Breakfast Club" tanzt. In dem Kommentar wird sie als "Amerikas beliebteste Kommunisten-Besserwisserin" bezeichnet, die sich als die "ahnungslose Idiotin zeigt, die sie ist ...".

    Der nur wenige Sekunden dauernde Ausschnitt ist Teil eines viel längeren Videos, das während ihres Studiums an der Universität von Boston gedreht wurde. Vorbild für diesen – und zahlreiche ähnliche Clips – war das Video einer jungen Studentin aus dem Jahr 2009.

    julian jensen
    Das Video des "Boston University Brat Pack Mashup" in voller Länge.

    Doch das Video machte Ocasio-Cortez nicht zum Gespött, sondern rief zahlreiche prominente Unterstützer auf den Plan, die sie auf Twitter verteidigten. Der Komiker Patton Oswalt, bekannt etwa aus der Serie "King of Queens", schrieb etwa ironisch: "Sie wird sich nie davon erholen, wie die Welt sie ... (schaut Video) ... bezaubernd tanzen und beim Spaß mit Schulfreunden sieht?"

    Ähnlich äußerte sich auch die "Washington Post"-Journalistin Karen Tumulty, die Ocasio-Cortez ironisch als "total erledigt" bezeichnete, weil sie "während der Studienzeit bezaubernd war".

    Schauspieler Russell Crowe nannte Ocasio-Cortez "fantastisch" und forderte "mehr Macht für sie". "Je mehr Politiker wie Alexandria Ocasio-Cortez wir haben, desto eher werden wir alle tanzen."

    Schauspieler Zach Braff, bekannt aus der Serie "Scrubs", fragte sich, was für ein "riesiges Arschloch" man sein müsse, um in dem Video irgendwas Schlimmes zu erkennen.

    Dass das Video nicht die gewünschte Wirkung erzielte, fiel wohl auch der Person hinter AnonymousQ auf. Sowohl Video als auch Account waren zwischenzeitlich unzugänglich, sind mittlerweile aber wieder erreichbar.

    Ocasio-Cortez selbst hat sich Freitagabend übrigens auch via Twitter zur Angelegheit geäußert.

    (maa, 4.1.2019)

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