Verletzte bei Räumung ungenehmigter Siedlung im Westjordanland

    3. Jänner 2019, 08:48
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    Armee soll illegal neu errichtete Häuser abreißen – Siedler bewarfen Polizisten bei Räumungsversuch mit Steinen

    Jerusalem – Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Siedlern und Polizisten im besetzten Westjordanland sind am Donnerstag mindestens sechs Menschen verletzt worden.

    Nach Angaben der israelischen Polizei kamen die Sicherheitskräfte am Morgen auf das Gelände der 2017 geräumten Siedlung Amona, um zwei neu errichtete illegale Gebäude zu räumen. Die Polizisten wurden von protestierenden Siedlern mit Steinen beworfen, fünf Polizisten und ein Zivilist wurden verletzt. Zwei Menschen wurden festgenommen.

    Steine geworfen

    Die ohne Genehmigung erbaute Siedlung Amona war im Februar 2017 geräumt worden. Kurz darauf hatte die israelische Regierung den Bau einer neuen Siedlung im Westjordanland genehmigt, in die die Bewohner umziehen sollten. Militante Siedler versuchen jedoch, sich wieder auf dem Außenposten anzusiedeln.

    Die Siedlung Amona war 1995 ohne Genehmigung der israelischen Regierung auf einem Hügel nördlich von Ramallah auf palästinensischem Privatland errichtet worden. Um den Außenposten gab es jahrelang juristischen Streit. 2006 kam es beim Abriss einiger Häuser zu heftigen Zusammenstößen, bei denen mehr als 250 Menschen verletzt wurden.

    Zahlreiche Siedlungen

    Mehr als 600.000 Israelis leben in Siedlungen im besetzten Westjordanland und im von Israel annektierten Ostteil Jerusalems. Die Siedlungsaktivitäten in den Palästinensergebieten stellen nach Einschätzung der Vereinten Nationen eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einem Frieden zwischen Israel und den Palästinensern dar.

    Nach internationalem Recht sind sämtliche Siedlungsaktivitäten in den Palästinensergebieten illegal. Die israelische Regierung unterscheidet dagegen zwischen von ihr genehmigten und illegalen Siedlungen. (APA, 3.1.2018)

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