Ende der anonyme SIM-Karten ist da

    31. Dezember 2018, 09:21
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    Seit 1. Jänner gilt Registrierungspflicht – Bis zum September müssen bestehende Karten registriert werden

    Die Regierung hat das Ende anonyme SIM-Karte eingeläutet. Mit Jahreswechsel dürfen Wertkarten nämlich nur mehr nach Vorlage eines Lichbildausweises verkauft werden. Damit war der 31.12.2018 Also der letzte Tag andem man sich wie gewohnt eine Wertkarte ohne weitere bürokratische Schritte an der Supermarktkassa zulegen kann. Grund dafür ist eine neue Verordnung, die unter Federführung von Infrastrukturminister Norbert Hofer erst vor wenigen Wochen beschlossen wurde. Dem war allerdings bereits im April eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes vorangegangen, die Anbieter waren also vorgewarnt.

    Zweite Frist

    Ob die Umstellung reibungslos ablaufen wird, muss sich erst zeigen. Klar ist aber, dass auf die Anbieter in den kommenden Monaten einiges an organisatorischem Aufwand zukommt. Geht mit dieser Verordnung doch noch eine zweite Frist einher: Bis zum 1. September müssen nämlich auch alle bestehenden Wertkarten registriert werden, so sie denn wie gewohnt weiterfunktionieren sollen. Und dabei geht es um keine kleine Menge: Bis zu 3,5 Millionen Wertkarten sollen derzeit in Österreich in Umlauf sein, schätzen Experten.

    Kostenfrage

    Mit der nachträglichen Registrierung gehen aber natürlich auch Kosten einher, die Mobilfunker schätzen diese auf 5 Euro pro Karte. Zu 80 Prozent sollen diese vom Bund übernommen werden, was dem Steuerzahler insofern bis zu 14 Millionen Euro kosten könnte. Der Rest wird wohl in irgendeiner Form auf die Konsumenten abgewälzt werden. So warnt etwa tarife.at davor, dass Partnershops für diesen Dienst bis zu 10 Euro verlangen. Online kann die Registrierung hingegen üblicherweise kostenlos vorgenommen werden. Hierfür sieht die Verordnung entweder die Authentifizierung mittels Online-Banking oder auch die Anwendung des "Photoident"-Verfahrens vor, bei dem die Nutzer via Kamera biometrisch erfasst werden.

    Argumente

    Als Grund für das Ende der anonymen SIM-Karten spricht Innenminister Herbert Kickl davon, dass diese auch "von Terroristen und Kriminelle für ihre Machenschaften genutzt." wurden. Mit der neuen Regelung schließt sich Österreich vielen anderen europäischen Ländern ein: So gibt es etwa schon jetzt in den meisten Ländern der EU eine Ausweispflicht beim Kauf von Wertkarten, darunter etwa auch in Deutschland, Italien oder Frankreich. (red, 31.12.2018)

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      foto: getty/istock/daniels
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