Donald Trump will Fed-Chef Powell loswerden

    22. Dezember 2018, 14:07
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    Der US-Präsident soll die Ablösung des Notenbank-Chefs diskutiert haben. Die Enttäuschung nach Zinserhöhung und Kursverlusten sei gestiegen

    Washington – US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge eine Ablösung von Notenbank-Chef Jerome Powell diskutiert. Trumps Enttäuschung über Powell sei nach der Zinserhöhnung am Mittwoch und den Monaten mit Kursverlusten an der Börse stärker geworden, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf vier mit dem Vorgang vertraute Personen am Samstag.

    Der Präsident habe privat in den vergangenen Tagen mehrmals über ein Feuern von Powell gesprochen. Das Präsidialamt und die Federal Reserve wollten sich laut dem Bericht nicht dazu äußern. Trump selbst hatte Powell vor gut einem Jahr als Fed-Chef nominiert. In den vergangenen Monaten kritisierte er aber den Zinserhöhungskurs der Notenbank unter der Führung von Powell mehrfach scharf. Trump fürchtet, dass die Notenbank mit ihrem Vorgehen den Aufschwung der US-Wirtschaft abwürgen könnte.

    Boomende Wirtschaft

    Angesichts der boomenden Wirtschaft hat die Fed in diesem Jahr die Zinsen vier mal erhöht, um die Inflation in Schach zu halten – zuletzt am Mittwoch auf eine Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Damit will sie ihr Mandat erfüllen, Vollbeschäftigung und stabile Preise zu befördern. Angesichts einer absehbaren Konjunkturabkühlung peilt sie für 2019 nur noch zwei Zinserhöhungen an. Die Fed ist unabhängig und untersteht nicht der Regierung. Trump hatte aber erst kurz vor der jüngsten Erhöhung in einem Reuters-Interview den Fed-Kurs erneut kritisiert und gesagt, dass er eine weitere Zinsanhebung für töricht halte. Er brauche die Flexibilität niedriger Zinsen, um die US-Wirtschaft im Handelsstreit mit China zu stützen.

    An Powell perlten diese Angriffe allerdings ab: "Nichts wird die Fed von ihrem Kurs abbringen, wenn wir denken, dass es der richtige Weg ist", erklärte er bei der jüngsten Zinsanhebung. Jeder Versuch, Powell zu feuern, könnte als Untergrabung der Unabhängigkeit der Zentralbank angesehen werden und für Unruhe an den Finanzmärkten sorgen. (APA, 22.12.2018)

    • Powells Kurs stößt bei Donald Trump auf wenig Gegenliebe.
      foto: reuters/gripas

      Powells Kurs stößt bei Donald Trump auf wenig Gegenliebe.

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