Papst: Missbrauchstäter sollen sich der Justiz stellen

21. Dezember 2018, 14:25
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Franziskus sagt in Weihnachtsansprache vollen Einsatz für Strafverfolgung von Kindesmissbrauch zu

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat bei seiner diesjährigen Weihnachtsansprache Verantwortliche für Kindesmissbrauch zur Bekehrung aufgerufen. "Jenen, die Kinder missbrauchen, würde ich gerne sagen: Bekehrt Euch, stellt Euch der menschlichen Justiz und bereitet Euch auf die göttliche Gerechtigkeit vor", sagte der Papst vor leitenden Mitarbeitern der römisch-katholischen Kirche, der Römischen Kurie.

Der Heilige Vater versprach in der Sala Clementina des Apostolischen Palastes, dass die Kirche sich voll engagieren werde, damit die Justiz Pädophile bestrafen könne. "Die Kirche wird nie versuchen, solche Fälle versanden zu lassen oder zu unterschätzen", versicherte der Pontifex.

"Darf nie wieder geschehen"

Es sei unbestreitbar, dass einige Kirchenführer in der Vergangenheit "aus menschlicher oder spiritueller Oberflächlichkeit oder Unerfahrenheit" ohne die notwendige Ernsthaftigkeit mit Missbrauchsskandalen umgegangen seien. "Dies darf nie wieder geschehen", meinte der Heilige Vater.

Vom 21. bis 24. Februar 2019 ist eine Tagung zum Schutz von Minderjährigen in der Kirche geplant. "Damit beteuert die Kirche ihren festen Willen, mit all ihrer Kraft den Weg der Bereinigung zu beschreiten", erklärte der Papst. Mithilfe von Experten werde die Kirche darüber beraten, wie man Kinder schützen, Missbrauchsopfer behandeln und neu integrieren sowie die Ausbildung in den Seminaren stärken könne.

Der Papst dankte den Journalisten, die objektiv über Missbrauchsfälle berichten und sich bemühen, "Opfern eine Stimme zu geben". "Die Kirche bittet, nicht zu schweigen, sondern Skandale ans Licht zu bringen. Der größte Skandal ist, die Wahrheit zu verdecken", so der Papst. (APA, 21.12.2018)

  • "Stellt euch der irdischen Justiz."
    foto: apa/afp/monteforte

    "Stellt euch der irdischen Justiz."

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