Mord an Studentinnen in Marokko möglicherweise Terror

20. Dezember 2018, 13:53
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Regierungschefs Dänemarks und Norwegens bestürzt

Rabat/Kopenhagen – Nach dem Mord an zwei Touristinnen in Marokko hat die Polizei drei weitere Tatverdächtige festgenommen. Die Männer würden verhört, um die Hintergründe des Verbrechens aufzuklären, teilten Ermittler am Donnerstag mit. Sie gehen auch dem Verdacht nach, dass es sich um einen Terrorakt gehandelt haben könnte. Bereits vor zwei Tagen war in Marrakesch ein erster Verdächtiger festgenommen worden.

Die Leichen der 24 und 28 Jahre alten Studentinnen aus Norwegen und Dänemark waren am Montag am Fuß des Berges Toubkal gefunden worden. Die Frauen waren auf einer Wandertour und hatten für die Nacht ihr Zelt aufgeschlagen. Ein französisches Paar fand die beiden Ermordeten. Die Gegend ist für viele Wanderer und Bergsteiger Ausgangspunkt für Touren in das Atlasgebirge.

"Eine Ferienreise wurde zu einem Alptraum", sagte Dänemarks Ministerpräsident Lars Lökke Rasmussen am Donnerstag. "Zwei junge Menschen wurden auf bestialische Weise ermordet." Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte: "Das ist ein brutaler und sinnloser Angriff auf unschuldige Menschen, dem wir mit Abscheu und Verurteilung gegenüberstehen."

Vier Verdächtige

Die marokkanische Staatsanwaltschaft hat vier Männer in Verdacht, die eine Verbindung zu einer Terrorgruppe haben sollen. Der am Dienstag festgenommene Mann gehöre einer Extremistengruppe an, hieß es.

Ermittler untersuchen auch ein Video, das in den sozialen Medien aufgetaucht ist. In dem rund eine Minute langen Film ist zu sehen, wie zwei Personen einer offenbar jungen Frau mit einem langen Messer den Kopf abschneiden. Ob das Video tatsächlich mit dem Mord an den beiden Touristinnen in Verbindung steht, war zunächst unklar.

"Es zeigt sich, dass es immer noch dunkle Mächte gibt, die mit Gewalt uns und unsere Lebensweise bekämpfen", sagte Rasmussen. "Das macht mich wütend, aber bestärkt mich auch, dass wir niemals nachgeben und aufgeben dürfen." (red, APA, 20.12.2018)

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