Japan erwägt Rückzug aus der Internationalen Walfangkommission

    20. Dezember 2018, 11:42
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    Tokio will kommerziellen Walfang wieder aufnehmen, scheiterte aber zuletzt mit einem Antrag. Nun könnte ein Austritt aus der IWC bevorstehen

    Tokio – Japan erwägt einen Rückzug aus der Internationalen Walfangkommission (IWC). "Wir ziehen alle Optionen in Betracht", sagte Yuki Morita von der japanischen Fischereiagentur am Donnerstag. Auch ein Austritt aus der IWC komme infrage. Das bestätigte auch ein Vertreter des japanischen Außenministeriums und merkte an: "Es ist noch nichts formal entschieden."

    Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete hingegen unter Berufung auf Regierungskreise, ein Beschluss für einen IWC-Austritt solle noch zu Jahresende erfolgen. Japan war im September in der IWC mit einem Antrag auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang gescheitert.

    Der japanische Vize-Fischereiminister Masaaki Taniai warnte daraufhin, Japan sehe sich zu einer "grundlegenden Neubewertung seiner Position als Mitglied der IWC veranlasst". Japan argumentiert, die Walbestände hätten sich so weit erholt, dass der kommerziellen Walfang wieder zugelassen werden könne.

    Der kommerzielle Walfang ist seit dem Jahr 1986 international verboten. Japan nutzt aber eine Lücke in der Vereinbarung, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Das Land macht angebliche wissenschaftliche Gründe für seinen Walfang geltend, das Fleisch getöteter Wale wird aber, nach Routineuntersuchungen, zum Verzehr verwendet. (APA, red, 20.12.2018)

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