US-Präsident Trump gründet "Space Command"

    18. Dezember 2018, 20:24
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    Bis Ende 2020 soll die "United States Space Force" als sechste US-Teilstreitkraft eingerichtet werden

    Washington – US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Sommer angekündigt, einen eigenständigen für Verteidigungsaufgaben im Weltraum zuständigen Teil der US-Streitkräfte aufzubauen. Dass es der Trump-Regierung tatsächlich Ernst mit der Einrichtung einer "Space Force" ist, zeigt eine aktuelle Anordnung: Der US-Präsident hat nun die Bildung des United States Space Command verfügt, wie das Weiße Haus am Dienstag mitteilte. Dieses Führungskommando soll bisherige Weltraum-Aktivitäten anderer Kommandos unter einem Dach bündeln. Das United States Space Command (USSPACECOM) war eigentlich bereits 1985 gegründet worden, aber von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im Jahr 2002 in das Strategische Kommando der Vereinigten Staaten (USSTRATCOM) integriert worden.

    Neue Ära

    Vizepräsident Mike Pence sagte in Cape Canaveral, die neue Struktur werde von einem Vier-Sterne-General geführt werden. "Heute beginnt eine neue Ära amerikanischer nationaler Sicherheit im Weltraum." Trumps Ziel ist es, bis Ende 2020 eine "United States Space Force" als sechste US-Teilstreitkraft zu gründen. Pence sagte, Trump werde in den kommenden Tagen eine neue Weltraumpolitik-Direktive unterzeichnen. Darin würden die Pläne und der zeitliche Ablauf für die Bildung der "Space Force" dargelegt. Die US-Regierung sei im Gespräch mit dem Kongress, der für die Finanzierung zuständig ist.

    Das neue Führungskommando ist das elfte Unified Combatant Commando ("Vereinigtes Kampfkommando") der US-Streitkräfte. Die anderen zehn Führungskommandos unterscheiden sich nach geografischer oder thematischer Zuständigkeit: Etwa das European Command, das Special Operations Command oder das Cyber Command.

    Waffen im All

    Pence hatte im August angekündigt, für die "Space Force" werde die Regierung den Kongress im Verteidigungsbudget 2020 zunächst um acht Milliarden Dollar (7,05 Mrd. Euro) für einen Fünfjahreszeitraum bitten. Am Dienstag sagte er: "Seit Jahren entwickeln ausländische Nationen Waffen, um Satelliten zu stören, zu blenden oder zu deaktivieren." China und Russland arbeiteten daran, Waffen im All zu stationieren. "Diese neuen Herausforderungen erfordern neue und innovative Antworten."

    Die "Space Force" soll neben dem Heer, der Marine, der Luftwaffe, dem Marineinfanteriekorps und der Küstenwache die sechste eigenständige Teilstreitkraft der USA werden. Nach Angaben des Pentagons soll zur "Space Force" unter anderem eine Weltraum-Entwicklungsorganisation gehören. Auch ist die Gründung einer Einheit von Experten geplant, die zu "Weltraum-Kriegsführungsprofis" ausgebildet werden sollen. (red, APA, 18.12.2018)

    • Eine hochauflösende Kamera an der Außenseite der ISS. Obwohl die Internationalen Raumstation vermutlich vorerst keine Rolle bei den Plänen von US-Präsident Donald Trump spielen dürfte, wird die Neugründung des United States Space Commands die Militarisierung des Weltraums weiter beschleunigen.
      foto: nasa

      Eine hochauflösende Kamera an der Außenseite der ISS. Obwohl die Internationalen Raumstation vermutlich vorerst keine Rolle bei den Plänen von US-Präsident Donald Trump spielen dürfte, wird die Neugründung des United States Space Commands die Militarisierung des Weltraums weiter beschleunigen.

    • Das Emblem des 1985 gegründeten und 2002 wieder abgeschafften United States Space Commands. Wie das Emblem des neugegründeten Space Commands aussehen wird, ist noch offen.
      foto: u.s. army institute of heraldry

      Das Emblem des 1985 gegründeten und 2002 wieder abgeschafften United States Space Commands. Wie das Emblem des neugegründeten Space Commands aussehen wird, ist noch offen.

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