Bankpartnersuche: Post-Schacher

Kommentar18. Dezember 2018, 18:09
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Die Österreichische Post hat am späten Montagabend nach heftigen Diskussionen reinen Tisch gemacht

Das war ein echter Paukenschlag. Die Österreichische Post hat am späten Montagabend nach heftigen Diskussionen reinen Tisch gemacht. Das für das Filialgeschäft zuständige Vorstandsmitglied Walter Hitziger muss den Hut nehmen, nachdem eine von ihm federführend vereinbarte Partnerschaft mit der deutschen Fin-Tech-Gruppe ordentlich in die Hosen gegangen ist. Während das Start-up seine Verpflichtung als künftiger Bankpartner der Post nicht einhielt, hat der teilstaatliche österreichische Konzern seine Abmachung vorauseilend erfüllt: Die Post beteiligte sich bei Fin-Tech und sitzt nun auf einem Buchverlust von 15 Millionen Euro.

Für Post-General Georg Pölzl eine peinliche Situation. Außer Spesen nichts gewesen, könnte man sagen. Die ohnehin schon schwierige Suche nach einem Bankpartner, der nach dem Ausscheiden der Bawag aus den Filialen Ende 2019 benötigt wird, beginnt nun von vorn. Die Verhandlungsposition der Post gegenüber künftigen Interessenten wurde durch den Reinfall zusätzlich geschwächt.

Die Trennung von Hitziger mag auf den ersten Blick konsequent erscheinen. Auf den zweiten Blick stellt sich natürlich die Frage, warum das Vorstandsmitglied allein die Verantwortung für den Ausflug in die Start-up-Welt übernehmen soll. Der Schritt wurde ja vom gesamten Vorstand und Aufsichtsrat mitgetragen. Aus dieser Perspektive wirkt der Rauswurf wie ein durchsichtiger Post-Schacher. (Andreas Schnauder, 18.12.2018)

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