Umgang mit der AfD: Ausgrenzung ist falsch

Kommentar19. Dezember 2018, 07:16
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Die AfD sitzt mittlerweile ziemlich fest im Sattel

Auf vielen politischen Wunschlisten findet sich in Deutschland ein Punkt, der vom Christkind so schnell nicht erfüllt werden kann. Er lautet: Ach, wäre das schön, gäbe es die AfD nicht! Alles wäre friedlicher, man hätte weniger Streit, die anderen Parteien könnten sich wieder über mehr Wähler freuen.

Allerdings sieht die Realität anders aus: Die AfD sitzt im Bundestag und mittlerweile auch in allen 16 deutschen Landtagen und somit ziemlich fest im Sattel. Das als Tatsache hinzunehmen fällt jedoch vielen schwer.

So wird der AfD von den anderen Fraktionen seit einem Jahr im Bundestag der Posten eines Vizepräsidenten verweigert, der ihr laut Geschäftsordnung zusteht. Und in Berlin möchte eine Waldorfschule ein Kind, dessen Vater AfD-Politiker ist, nicht aufnehmen. Ebenfalls in der deutschen Hauptstadt wollte der Arbeiter-Samariter-Bund für die AfD keine Erste-Hilfe-Kurse anbieten.

Die AfD ist eine unsägliche Partei. Sie hetzt, sie grenzt aus, sie polarisiert. Und dennoch: So darf man mit den Vertretern einer demokratisch gewählten Partei, die nicht verboten ist, nicht umgehen. Man grenzt nicht nur sie aus, sondern auch alle, die sie gewählt haben. Man macht damit genau das, was man ihr – zu Recht – vorwirft.

So zu tun, als gäbe es sie nicht, ist falsch. Wer die AfD bekämpfen will, muss sie inhaltlich stellen und darf ihr nicht auch noch den Status eines Märtyrers verschaffen. (Birgit Baumann, 18.12.2018)

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