Herzinfarktrisiko am Weihnachtsabend am größten

    19. Dezember 2018, 08:47
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    Eine schwedische Studie zeigt, dass am Heiligen Abend gegen 22 Uhr das Herz am ehesten aussetzt

    Was sich die meisten zu Weihnachten wünschen: ein idyllisches Fest voll Frieden und Freude. Doch die Familienfeier kann auch heftig aufs Herz schlagen, wie schwedische Forscher um den Kardiologen David Erlinge von der Universität Skane in Lund nun herausgefunden haben. Demnach ist das Risiko eines Herzinfarkts am Heiligen Abend gegen 22 Uhr am größten. Auch am Neujahrstag erleiden überproportional viele Menschen einen Herzinfarkt, jedoch nicht an Ostern oder bei großen Sportereignissen.

    Für ihre Beobachtungsstudie werteten die Wissenschafter den Zeitpunkt von insgesamt 283.014 Herzinfarkten aus, die zwischen 1998 und 2013 in einem schwedischen Gesundheitsregister erfasst wurden. Zusätzlich verglichen sie die Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignissen während diverser Feiertage (Weihnachten, Neujahr, Ostern) und den zwei vorangegangenen sowie folgenden Wochen. Die gefährlichste Zeit des Jahres war demnach der Heilige Abend mit einem um 37 Prozent erhöhten Risiko.

    Montag ist der gefährlichste Tag

    Am größten sei das Risiko für über 75-Jährige und Diabetiker, doch auch bei jüngeren Personen konnte in dieser Zeit eine erhöhte Herzinfarktrate festgestellt werden. Das Ergebnis deckt sich mit früheren Studien, die ebenfalls gezeigt haben, dass die Anzahl der Herzinfarkte während der Weihnachts- und nach den Neujahrsfeierlichkeiten eine Spitze erreicht. Was die Analyse noch ergab: Unabhängig von Feiertagen ereigneten sich Infarkte gehäuft an Montagen gegen acht Uhr in der Früh. Die Forscher führen das unter anderem auf das zu dieser Tageszeit erhöhte Stresslevel und den dadurch ansteigenden Cortisolspiegel zurück.

    "Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können wir keine eindeutigen Schlussfolgerungen hinsichtlich Ursache und Wirkung ziehen", betonen die Autoren. Als mögliche Gründe geben sie an, dass verstärkter Alkoholkonsum und Schlafmangel in der Silvesternacht die Herzinfarktrate am Folgetag steigen lässt. Außerdem könnten Stress, Wut, Traurigkeit oder andere belastende Gefühle am Weihnachtsabend vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen einen akuten Infarkt auslösen. (red, 19.12.2018)

    • Ungesunde Ernährung – etwa durch zu viele Weihnachtskekse – erhöht langfristig das Herzinfarktrisiko. Kurzfristig betrachtet sind zu Weihnachten oft belastende Gefühle der konkrete Auslöser für einen Infarkt.
      foto: istock

      Ungesunde Ernährung – etwa durch zu viele Weihnachtskekse – erhöht langfristig das Herzinfarktrisiko. Kurzfristig betrachtet sind zu Weihnachten oft belastende Gefühle der konkrete Auslöser für einen Infarkt.

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