Jahresrückblick: Die zehn beliebtesten Gehaltsprotokolle

    29. Dezember 2018, 12:00
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    Wer verdient wie viel? Und wie viel bleibt davon am Ende des Monats übrig? Unsere Serie "Eine Frage des Gehalts" will hier Transparenz schaffen

    Vor einem Jahr haben wir die Serie "Eine Frage des Gehalts" begonnen, um mehr Transparenz zu schaffen. Menschen unterschiedlicher Berufe erzählen darin anonym von ihren Einnahmen und Ausgaben. Das waren die zehn meistgelesenen Texte der Serie im Jahr 2018.

    1. Bankmitarbeiter: "Mit 3.000 Euro netto komme ich gut aus"
      Ein 36-jähriger Kundenberater in einer Bank bekommt jährlich circa 70.000 Euro brutto für 42-Stunden-Woche. Rechnet man Benefits, die er von seinem Arbeitgeber bekommt, wie etwa Bekleidungsgutscheine im Wert von 600 Euro hinzu, komme er unterm Strich auf ein Monatsgehalt von 3.000 Euro netto. "Damit komme ich gut aus, wenngleich ich weiß, dass bei Fremdbanken netto mehr möglich wäre", erzählt er.

    2. Fluglotse: "Man verdient netto bis zu 5.000 Euro"
      Starten, landen: Fluglotsen geben den Piloten über Funk Anweisungen. Obwohl es mehrere Sicherheitsnetze gibt, trage man schon eine große Verantwortung, sagt ein Mitte 30-jähriger FLuglotse. Deshalb sei auch das Gehalt gut: "Als Fluglotse in Wien verdient man 3.300 Euro netto Grundgehalt. Dazu kommen Zulagen für Spätschichten, Nachtdienste, Wochenend- oder Feiertagsdienst."

    3. Gelernter Holzwirt: "2.300 Euro netto plus Zulagen"
      Seit zwei Jahren arbeitet der Holzwirt in einer Holzmanufaktur. Anfangs verdiente er 2.500 Euro brutto, mittlerweile sind es 3.600 Euro brutto – netto sind das rund 2.300 Euro im Monat. "Zusätzlich bekomme ich einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt, den ich aber nur für berufliche Fahrten nutzen darf. An Reisediäten kommen etwa noch 100 bis 150 Euro dazu", erzählt der Steirer.

    4. Ingenieurin: "Altersgenossen verdienen weit weniger"
      Eine 23-jährige Ingenieurin verdient brutto 47.000 Euro pro Jahr, erzählt sie. Dazu bekommt sie noch ein Firmenauto und ein Diensthandy. Besonders im Vergleich zu ihren Altersgenossen könne sie sich "absolut nicht beklagen": "Im Monat bleiben mir circa 2600 Euro netto. Dazu kommen Überstunden bzw. Zulagen (450 Euro), die nicht versteuert werden müssen. In einem durchschnittlichen Monat komme ich damit so auf 3000 bis 3200 Euro netto."

    5. Lohn eines jungen Unternehmensberaters: 2.500 Euro netto
      Mit 28 Jahren verdient ein Unternehmensberater als Einstiegsgehalt rund 55.000 Euro brutto pro Jahr, wie er sagt. "Dazu kommen 5000 Euro variable Vergütung, ein Bonus, der von der Unternehmensperformance und der eigenen Performance abhängig ist", sagt der Berater. Anfangs würden jüngere Kollegen diesen Bonus normalerweise zur Gänze ausbezahlt bekommen, in einer höheren Position hänge diese stärker davon ab, wie erfolgreich man ist.

    6. Tierärztin bekam "nicht einmal zehn Euro netto pro Stunde"
      In der Klinik kündigte die Tierärztin, mit der der STANDARD für diese Serie gesprochen hat. Im Sommer machte sie dort dennoch eine einwöchige Urlaubsvertretung – daraus wurden ein halbes Jahr. "Offiziell habe ich, nach der Urlaubsvertretung, 16 Stunden gearbeitet, also zwei Tage in der Woche – immer an den Wochenenden. Verdient habe ich ungefähr 670 Euro netto (11,63 Euro brutto, 9,73 Euro netto pro Stunde). Das heißt nicht einmal zehn Euro pro Stunde netto." Nun arbeitet sie selbstständig zwei Tage pro Woche für 1600 Euro netto im Monat.

    7. Ikea-Mitarbeiterin über Mindestgehalt: "Kein Lottogewinn"
      Im März führte IKEA Österreich einen Mindestlohn von 1800 Euro brutto für jeden Mitarbeiter ein. Diejenigen die bereits mehr verdient haben, behielten ihr Gehalt, doch jene, die nach kollektivvertraglichem Mindestgehalt bezahlt wurden, erhalten seither mehr. Auch eine Verkäuferin in der Küchenabteilung profitiert davon: "Bisher habe ich im Monat rund 1250 Euro netto verdient, jetzt bekomme ich circa 1370 Euro. Das ist nicht wie ein Lottogewinn, sondern ein kleines Taschengeld, das ich sehr schätze und wofür ich dankbar bin."

    8. Ein Marketing-Mitarbeiter verdient 2.300 Euro netto
      Ein Vollzeit angestellter Marketingmitarbeiter verdient brutto circa 3.550 Euro pro Monat, netto sind das rund 2.300 Euro. Hinzu kommen Diäten von 50 bis 100 Euro monatlich, weil er zwei- bis dreimal pro Monat auf Dienstreise ist. Er ist auch nebenbei selbstständig, erzählt er: "Seit circa einem halben Jahr arbeite ich nebenberuflich selbstständig als Fotograf. Mit meinen Einnahmen kann ich nun das Equipment finanzieren."

    9. Physiotherapeut: "Erhalte lieber Trinkgeld als Schokolade"
      Ein 30-jähriger Physiotherapeut arbeitet in einer Arztpraxis in Innsbruck. Dort verdient er für 30 Wochenstunden monatlich 1.310 Euro netto. "Das ist sogar über dem Kollektivvertrag", erzählt er. In Spitälern erhalten seine Berufsgenossen deutlich mehr, da sie unter einen anderen Kollektivvertrag fallen. "Das sind netto ein paar hundert Euro Unterschied bei gleichem Berufsbild und gleichen Qualifikationen", sagt der Therapeut.

    10. Uni-Mitarbeiterin: 1.650 für 30 Stunden
      Eine Projektmanager an der Uni Wien verdient für 30 Stunden 1.650 Euro netto pro Monat, die Stelle ist befristet. "Ich kann von dem, was ich verdiene, gut leben. ich muss nicht reich werden", sagt sie. Zusätzlich zur Anstellung an der Uni ist sie freiberuflich tätig, gibt etwa Sprachunterricht und hält Vorträge. So kann sie sich "etwas dazuverdienen – etwa 150 bis 200 Euro im Monat." (red, 28.12.2018)

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    • Geldregen: Wie es um ihre Einnahmen und Ausgaben steht erzählen unsere Leserinnen und Leser in der Serie "Eine Frage des Gehalts".
      foto: apa/dpa

      Geldregen: Wie es um ihre Einnahmen und Ausgaben steht erzählen unsere Leserinnen und Leser in der Serie "Eine Frage des Gehalts".

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