Israelische Weltraummission soll Zeitkapsel auf dem Mond deponieren

    17. Dezember 2018, 16:17
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    Start für Februar anvisiert – Raumschiff Beresheet wird von SpaceX ins All gebracht

    foto: ap photo/ariel schalit
    Die Zeitkapsel ist bereit.

    Jerusalem – In den 1960er Jahren fand das Wettrennen zum Mond noch exklusiv zwischen den USA und der Sowjetunion statt. Im aktuellen Run auf den Erdtrabanten sind noch andere Nationen im Spiel – und Privatunternehmen obendrein. So ist derzeit beispielsweise die chinesische Sonde Chang'e 4 unterwegs zur Rückseite des Mondes.

    Der neue Player

    Auch Israel will sich nicht lumpen lassen und schickt in den kommenden Monaten eine Mission los. Eine Falcon9-Rakete des Unternehmens SpaceX soll das 585 Kilogramm schwere israelische Raumschiff Beresheet vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus auf den Weg bringen. Beresheet wurde von dem Non-Profit-Unternehmen SpaceIL entwickelt, die Kosten in Höhe von etwa 84 Millionen Euro stammen aus privaten Mitteln.

    foto: apa/afp/jack guez
    Mit diesem Vehikel soll die Kapsel den Mond erreichen.

    SpaceIL strebt einen Start bis Februar an, voraussichtlich eineinhalb Monate später soll das Raumschiff auf dem Mond ankommen. Es wäre nicht nur die erste israelische Mondlandung, sondern auch die erste privat organisierte. Israel würde sich damit zum vierten Land machen, dem eine Mondlandung gelänge. Das schafften bisher nur die USA, die Sowjetunion und China – Missionen Japans, Indiens und der Europäischen Weltraumbehörde erreichten zwar ebenfalls die Mondoberfläche, aber nur in Form eines (geplanten) Absturzes.

    Besondere Fracht

    Eine Besonderheit der israelischen Mission ist, dass sie eine digitale Zeitkapsel mit an Bord hat. Die am Projekt beteiligten Wissenschafter präsentierten am Montag feierlich drei mit tausenden Dateien gefüllte CDs, auf denen unter anderem Kinderzeichnungen, israelische Lieder und ein Erfahrungsbericht über den Holocaust gespeichert sind. Einer der Mitgründer von SpaceIL, Jonatan Winetraub, verglich die Zeitkapsel mit den Gebeten, die gläubige Juden auf Zettel schreiben und in die Klagemauer in Jerusalem stecken. Es seien Wünsche für eine "bessere Zukunft", sagte er. (red, APA, 17. 12. 2018)

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