Gnadenlos in die stille Zeit: Regierung trifft Opposition in "im Zentrum"

17. Dezember 2018, 15:06
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Vizekanzler Heinz-Christian Strache legt es offensiv an. Er wirkt zuweilen, als wäre er doppelt anwesend

Drei Oppositionsdamen, ihnen gegenüber zwei Regierungsherren: Das wirkt wie eine Übermacht, ist aber keine. Vizekanzler Heinz-Christian Strache legt es offensiv an. Er wirkt zuweilen, als wäre er doppelt anwesend. Er spricht von alten Zeiten, als die "Sozialisten" das trieben, was er Im Zentrum für deren Unwesen hält. Die Menschen von der Schule direkt in Mindestsicherung wäre der Sozis Konzept gewesen!

Besonders gern unterbricht er SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, deren Gegenwehr zu höflich wirkt, wenn Strache sie als Personifikation von Fake-News attackiert. Zumindest Neos-Pilotin Beate Meinl-Reisinger hält diagnostisch dagegen: Bei Strache sieht sie Symptome einer Selbsttherapie durch angriffiges Sichabarbeiten an den Sozialdemokraten.

Bisweilen wird es dann heftig, die Moderatorin muss eingreifen: "Wenn zwei sich streiten, der Dritte nicht mehr mitkommt – das Publikum – da haben wir alle nichts davon!"

Womöglich auch Kanzleramtsminister Gernot Blümel. Er wartet oft höflich, bis ihm das Wort erteilt wird. Es verleiht ihm einen Hauch von Unscheinbarkeit. Einmal am Wort, geht er routiniert Richtung seines Vorgesetzten Sebastian Kurz. Der habe fast im Alleingang die Balkanroute geschlossen! Irgendwer lacht. Womöglich Maria Stern, Parteiobfrau von Jetzt, die eindringlich über Kinderarmut spricht, während die Neos-Chefin die ÖVP eine "ehemals christlich-soziale" Partei nennt.

Im Finale wird es auch nicht gar versöhnlich, es schenkt Strache Rendi-Wagner eine große Flasche Chianti: als Erinnerung daran, dass ihr Vorgänger Christian Kern Strache wegen einer verlorenen Wette eine Flasche schuldet. Gnadenlos. (Ljubiša Tošić, 17.12.2018)

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